Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag nach verhaltenem Auftakt an Fahrt aufgenommen und den Handel klar im Plus abgeschlossen. Mit Unterstützung der Bankenwerte und von Zyklikern nahm der Leitindex SMI Kurs auf die Marke von 9100 Punkten, die er aber knapp nicht erreichte.

Die freundliche Stimmung wurde von der jüngsten Frankenschwäche begleitet. Der Euro kletterte zum Franken im Tagesverlauf über die Schwelle von 1,156 auf den höchsten Stand seit der Aufhebung des Mindestkurses im Januar 2015.

Mehrheit im Plus

Der Handel war im Vorfeld der US-Notenbanksitzung vom Mittwoch allerdings von Zurückhaltung geprägt. Allgemein wird damit gerechnet, dass das Fed den Startschuss zum Abbau der Notenbankbilanz geben wird. Zudem wird auf Hinweise zum Zeitpunkt einer weiteren Leitzinserhöhung gewartet. Die Notenbank dürfte Händlern zufolge jedoch mit geldpolitischen Massnahmen behutsam umgehen.

Bis Börsenschluss gewann der Swiss Market Index (SMI), neu wird das Gewicht der grössten Titel gekappt, 0,50 Prozent auf 9093,20 Punkte. Der SPI 20, er entspricht von der Zusammensetzung her dem SMI, enthält aber keine Kappung, schloss 0,49 Prozent höher auf 9091,85 Stellen. Der breite Swiss Performance Index (SPI) stieg um 0,43 Prozent auf 10'380,83. Von den 30 wichtigsten Titeln standen am Ende 24 im Plus, vier im Minus und zwei (Bâloise, Swiss Re) unverändert.

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Vontobel glaubt an Givaudan

Unter den Blue Chips lagen die Givaudan-Aktien (+1,6 Prozent) weit vorne. Die Bank Vontobel empfiehlt die Aktie des Aromen- und Riechstoffhersteller neu zum «Kauf». Dank der starken Finanzposition könne Givaudan erheblich in Forschung und Entwicklung investieren, um innovative Produkte zu entwickeln oder um das Produktportfolio durch die Übernahme von Unternehmen abzurunden, hiess es.

Swisscom-Titel (+1,5 Prozent) zogen in der zweiten Handelshälfte an. Spekulationen über eine mögliche Fusion der US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom mit dem US-Konkurrenten Sprint verlieh dem Telekomsektor europaweit Auftrieb. Derweil knüpften die Grossbanken-Papiere UBS und CS mit +1,0 Prozent beziehungsweise +0,8 Prozent an die gute Kursentwicklung der Vorwoche an.

Aryzta zählt zu den Verlierern

Die schwergewichtigen Pharma-Aktien Novartis und Roche gewannen nach schwachem Beginn am Ende 0,8 Prozent beziehungsweise 0,5 Prozent. Roche-Titel standen mit positiven Studiendaten zu Venclexta bei der Behandlung von chronischer lymphatischer Leukämie im Fokus. Nestlé-Aktien legten bis zum Schluss um 0,2 Prozent zu.

Auf der Gegenseite fielen Aryzta-Aktien um 3,0 Prozent deutlich zurück. Im Vorfeld der am kommenden Montag anstehenden Ergebnisse des Backwarenkonzerns wurde am Markt gerüchteweise von einer Zahlenenttäuschung gesprochen. Unter Gewinnmitnahmen nach einer zuletzt guten Performance litt auch der Aktienkurs des Luxusgüterkonzerns Richemont (-0,9 Prozent).

(sda/jfr)