Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé erfüllte mit dem Jahresergebnis 2008 zwar die Markterwartungen weitestgehend. In der Folge stieg der Kurs der Nestlé-Aktie innert Wochenfrist um 3%, fiel aber zuletzt unter die 40-Fr.-Marke zurück. Nestlé konnte den Reingewinn um 69% auf 18 Mrd Fr. steigern. Für den deutlichen Gewinnsprung sind jedoch Sondererträge aus dem teilweisen Verkauf des Augenpflegeunternehmens Alcon an Novartis verantwortlich. Von Sondereffekten bereinigt, stieg der Gewinn pro Nestlé-Aktie dennoch um 1% an.

Dividende versüsst die Krise

Die diesjährige Dividende wird um 15% auf 1.40 Fr. erhöht. Aktionäre freuen sich über eine Dividendrendite von beachtlichen 3,6%. Das Aktienrückkaufprogramm wurde hingegen um 4 Mrd Fr. reduziert. Allein durch die erhöhte Dividende könne dies, so Analysten der Bank Vontobel, nicht erklärt werden. Sie vermuten, dass die zurückbehaltenen Mittel für eine Akquisition vorgesehen sind.

Das Umsatzwachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr geht vor allem auf Preiserhöhungen zurück. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) erwarten jedoch, dass im kommenden Jahr die Preise nicht mehr so stark wie bisher angehoben werden können. Durch höhere Verkaufszahlen lässt sich diese Lücke nicht schliessen. Das Ziel von Nestlé, beim Umsatz um 5% zu wachsen, wird daher als ambitiös angesehen.

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Für die ZKB-Analysten ist die Aktie einem gewissen Risiko ausgesetzt. Sie wird zudem mit einer hohen Prämie gegenüber vergleichbaren Werten gehandelt. Diese sei zwar im aktuellen Umfeld gerechtfertigt, der Kurs könnte jedoch leiden, wenn Nestlé die Erwartungen verfehlen würde. Die Kursziele wurden angesichts der Risiken nach unten korrigiert. Vontobel reduziert von 56 auf 50 Fr. Die Experten von ABN Amro senken von 47.50 auf 44 Fr.

Doch trotz der Unsicherheiten empfehlen 68% der Analysten die Nestlé-Aktie zum Kauf. Sie bietet im rauen Börsenumfeld Stabilität.