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Trotz SNB-Sturm: Bonität bleibt sehr gut

Zürich: Den Mindestkurs gibt es nicht mehr, das Rating bleibt. Keystone

Das Ende des Mindestkurses ist wie ein Sturm über die Schweiz gefegt. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's denkt aber nicht daran, die Bonität von Schweizer Städten und Kantonen zu senken.

Veröffentlicht am 09.02.2015

Der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB), den Euro-Mindestkurs aufzuheben und die beschlossenen Negativzinsen zu erhöhen, dürfte vorerst keine nachteiligen Folgen auf die von der Ratingagentur Standard&Poor's (S&P) bewerteten Kantone und Schweizer Städte haben. Der Einfluss des SNB-Entscheids auf die Pensionskassenguthaben sei für öffentlich-rechtliche Institutionen bewältigbar, teilte S&P am Montag mit. Eine Anpassung der S&P-Ratings zu elf Kantonen und zwei Städten sei daher nicht zu erwarten.

Der Entscheid der SNB dürfte sich zwar für öffentlich-rechtliche Pensionskassen als leicht negativ herausstellen, die Auswirkungen seien aber bewältigbar, heisst es weiter. Schliesslich würden diese Pensionskassen ihre Assets breit diversifiziert angelegen und so die Kapitalmarkt-Risiken eingegrenzt. Zudem seien die Fonds gegen Währungsrisiken teilweise abgesichert. Zu diesem Zeitpunkt sei nicht davon auszugehen, dass die öffentlich-rechtlichen Pensionskassen von Seiten der Kantone oder Städte Kapitalspritzen benötigten, so die Mitteilung.

Zürich mit Bestnote

Zu den von S&P bewerteten Kantonen gehören beispielsweise Zürich, Aargau oder Genf. Alle sind mit der Bestnote «AAA» bewertet. Die Städte Lausanne und Genf weisen die Ratings «A+» und «AA-» auf.

In einem Radiointerview vom Wochenende erklärte SNB-Präsident Thomas Jordan, dass Vorsorgekapital nicht von den Negativzinsen ausgenommen werden soll. «Das Instrument wirkt nur dann, wenn es auf den gesamten Markt wirkt», so Jordan. Er erteilte daher dem Wunsch des Pensionskassenverbandes, dass seine Mitglieder einen Teil ihrer Gelder zu mindestens 0 Prozent bei der SNB deponieren dürfen, eine Absage. Das sei eine Umgehung, die den gesamtwirtschaftlichen Interessen des Landes zuwiderlaufe.

(awp/ise/ama)

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