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Absturz
Trump bringt Puerto Ricos Anleihen zum Sinken

Donald Trump in Puerto Rico: Sein Besuch ist dem Bundesstaat wenig Hilfe. Keystone

Einmal mehr sorgen die Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump für Wirbel. Ein Kommentar zur Wirtschaftslage hat zur Folge, dass Puerto Ricos Anleihen fallen.

Veröffentlicht am 05.10.2017

US-Präsident Donald Trump hat die Anleihen des amerikanischen Aussengebiets Puerto Rico mit einem Kommentar über die Schulden auf Talfahrt geschickt.

In einem Interview mit dem Fernsehsender Fox News schloss er einen Zahlungsausfall für die Verbindlichkeiten nicht aus. «Sie schulden euren Freunden an der Wall Street viel Geld. Wir müssen das streichen», sagte der Präsident nach einem Besuch auf der von Hurrikan «Maria» verwüsteten Karibikinsel.

Suche nach Lösung für Puerto Ricos Schuldenproblem

«Ich weiss nicht, ob es Goldman Sachs ist, aber wer auch immer es ist, kann sich davon verabschieden», sagte der Präsident weiter. Daraufhin brach der Kurs der Puerto-Rico-Anleihen mit einer Laufzeit bis 2025 um zwölf Prozent auf ein Rekordtief ein.

Der Budgetchef im Weissen Haus ruderte anschliessend zurück. Man solle die Äusserungen des US-Präsidenten nicht zu wörtlich nehmen, sagte Mick Mulvaney. «Ich glaube, was der Präsident sagen wollte, ist, dass Puerto Rico einen Weg aus dem Schuldenproblem finden muss.» Daraufhin erholte sich der Kurs der Staatsbonds wieder leicht.

Jahrelange Wirtschaftskrise

Ein Schuldenschnitt oder Zahlungsausfall könnte viele Kleinsparer in den USA treffen. Laut dem Beratungsunternehmen Puerto Rico Clearinghouse werden nur 25 Prozent der Schuldverschreibungen von grossen Hedgefonds gehalten. Der Rest liegt in den Portfolios von Privatpersonen oder kleinen Fonds, wie die Firmenchefin Cate Long sagte.

Puerto Rico steckt seit Jahren in einer Wirtschaftskrise. Insgesamt liegt die Schuldenlast bei rund 70 Milliarden US-Dollar; hinzu kommen ungedeckte Pensionsansprüche. Washington hat die Insel bereits unter seine Finanzaufsicht gestellt. Als selbstverwaltetes Aussengebiet kann sich die Karibikinsel aber nicht nach US-Insolvenzrecht für bankrott erklären, wie es beispielsweise die Stadt Detroit getan hat. In einer Art Konkursverfahren sollen die Verbindlichkeiten nun restrukturiert werden.

(sda/vvo/me)

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