Die Marktteilnehmer befürchten, dass die Krise in der weltweit drittgrössten Volkswirtschaft der globalen Konjunktur einen schmerzlichen Dämpfer versetzen könnte. In der ersten Börsenwoche nach dem verheerenden Erdbeben ging es auf dem japanischen Aktienmarkt auf und ab. Am Dienstag sorgten Panikverkäufe für den grössten Kurssturz seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im Oktober 2008: Der Nikkei-Index büsste an diesem Tag 10,6 Prozent ein, konnte sich danach aber etwas erholen.

Der japanische Leitindex schloss am Freitag 2,7 Prozent höher als am Vortag. Grund dafür war die angekündigte Devisen-Intervention der sieben führenden Industrienationen (G7). In der gesamten Woche verzeichnete der Index dagegen ein Minus von knapp 12 Prozent.

Europa und USA resistent

An den europäischen Börsen agierten die Anleger ebenfalls nervös, die Kursverluste hielten sich aber in Grenzen. Dennoch musste der deutsche DAX-Index am Freitag nach Börsenschluss ein Wochenminus von 4,5 Prozent hinnehmen.

Der Swiss Market Index lag am Freitagabend 0,4 Prozent höher als am Vortag. Die beiden letzten Tage der Börsenwoche konnten den Wochenverlust von total 4,0 Prozent etwas verringern.

Die vom Erbeben in Japan betroffenen Schweizer Versicherungskonzerne schlossen den Freitag mit soliden Gewinnen ab. Der Aktienkurs der Swiss Re legte gegenüber Donnerstagabend um 1,8 Prozent zu. Profitiert hat der Rückversicherer von der Bank Barclay, die ihre Schätzungen für die gesamte Rückversicherungsbranche nach der Katastrophe in Japan überarbeitet und Swiss Re danach in ihrem Rating hinaufgestuft hat.

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Neben Europa kam auch die US-amerikanische Wall Street vergleichsweise glimpflich davon. Zwar musste der breit gefasste Index S&P 500 und die Technologiebörse Nasdaq vorübergehend sämtliche in diesem Jahr erzielten Gewinne abgeben. Der Index der Standartwerte, der Dow Jones, verlor seit dem Beben aber nur rund ein Prozent. (cms/sda)