Die jüngste Verschiebung des Erstflugs der Boeing-787 erfolgte, weil statische Tests Schwächen an der Verbindungsstelle zwischen den Flügeln und dem Rumpf gezeigt hatten. Zwar müssen jetzt nur einige handflächengrosse Titan-Teile eingebaut werden. «Aber das Vertrauen ist weg, zumal man nicht weiss, was da sonst noch ans Tageslicht kommen wird», sagt JP-Morgan-Analyst Jo Nadol. Er belässt seine Gewinn- und Umsatzschätzung für dieses Jahr unverändert bei 4.30 Dollar pro Aktie und 67,5 Mrd Dollar. Um 6% zurückgestutzt haben die Analysten der Credit Suisse ihre Boeing-Prognose, weil sie mit noch deutlicheren Umsatzausfällen rechnen. Die Kursziele liegen bei 36 Dollar (Deutsche Bank) und 40 Dollar (JP Morgan).

Airbus kämpft mit Nachwehen

Boeing ist aber nicht nur wegen des neuen «Dreamliners» unter Druck. An der wichtigsten Branchenmesse konnten gerade einmal zwei kleine 737-Jets verkauft werden. Und der Vorschlag von Boeing, einfach den Flügel der 777 zu modifizieren, um diesen dann gegen den neuen Airbus A350-XWB ins Rennen zu schicken, fand bei Kunden dermassen wenig Anklang, dass auch hier eine kostspielige Neuentwicklung erforderlich sein dürfte. Allerdings existiert der A350-XWB erst als Plastikmodell im Massstab 1:100 sowie als Blaupause auf Computersystemen. Airbus schlägt sich noch mit den Nachwehen der Verspätungen beim Superjumbo A380 herum, und der Militärtransporter A400 droht zu einem Milliardendesaster zu werden. Hier sind die Kunden keine kommerziellen Fluglinien, sondern vier Verteidigungsministerien.

Die Analysten der Deutschen Bank erwarten, dass diese Unsicherheit die Aktie noch für die kommenden sechs Monate belasten dürfte. Sie setzen aufgrund der Unsicherheiten um den A400 und die Produktion im nächsten Jahr ein Kursziel bei 9 Euro und raten zum Verkauf. Optimistischer sind die Analysten bei Natixis, die für dieses und das nächste Jahr ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 4,3 ermittelt haben und ein Kursziel bei 13.50 Euro fixieren.

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Damit sind für beide Aktien und ihre Derivate Kursausschläge nach unten und oben programmiert. Calls erlauben die Verstärkung bei positiven Überraschungen, Puts eine Absicherung gegen weitere Verschiebungen.

Verluste bei Boeing erwartet

Für Boeing gibt es lediglich Hebelprodukte. Bemerkenswert: Hier war der Put BAVPP mit einem Ausübungspreis von 37.50 Dollar der am meisten gehandelte Schein der letzten Tage - Anleger schätzen offenbar das Kursverlustpotenzial grösser ein als mögliche Gewinne infolge eines Auftragsregens. Die beiden an der SIX erhältlichen Calls BAVVY und BAVVX eignen sich mit ihren Ausübungspreisen von 60 bzw. 55 Dollar lediglich für risikofähige Anleger, die ihr Portfolio ständig überwachen und hier rechtzeitig allfällige Kursgewinne diszipliniert mitnehmen können.

Auf EADS sind allein 45 Discounter im Angebot. Beim einzigen Capped Bonus wurde die Barriere im Januar verletzt, und bei etlichen weiteren «normalen» Bonuszertifikaten liegt die Bonusschwelle drei- bis viermal über dem aktuellen Niveau. Einzelne Puts wie DB82MV liegen bereits «im Geld» und sind zur Absicherung gut geeignet. Für risikofähige Anleger gibt es Calls mit Ausübungspreisen zwischen 12 und 18 Euro.