Die Steueraffäre in den USA, ein erwarteter Verlust im 2. Quartal und eine weitere verwässernde Kapitalerhöhung: Die Nachrichten sorgen für eine schlechte Grundstimmung bei den Anlegern. Allein im letzten Monat haben die UBS-Aktien 10% eingebüsst, der Swiss Market Index (SMI) hat gleichzeitig nur knapp 3% an Wert verloren.

Während der Verlust im 2. Quartal nicht überrascht, kommt die Kapitalerhöhung früher als von den meisten erwartet. Offenbar rechnet die Grossbank mit einer Verschlechterung der Marktbedingungen. Denn eine unmittelbare Dringlichkeit, Kapital zu beschaffen, habe nicht bestanden, kommentiert Andreas Venditti, Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Neben den Marktbedingungen dürften jedoch auch die komfortablere Kapitalausstattung der Konkurrenz und die notwendige Stärkung des Vertrauens eine Rolle gespielt haben. Hinzu kommt, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) von den Grossbanken noch strengere Eigenmittelvorschriften fordert.

GIC hat sich nicht beteiligt

Das an der Generalversammlung im April genehmigte Kapital wurde bei ein paar wenigen ungenannten Grossinvestoren platziert. «GIC hat sich nicht an der Kapitalerhöhung beteiligt, weil die Beteiligung an der UBS bereits sehr hoch ist», sagt eine Sprecherin des Singapurer Staatsfonds. Die Grossbank hat sich insgesamt frisches Kapital in der Höhe von rund 3,8 Mrd Fr. beschafft. Im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung hat sich der Bund verpflichtet, bis zum 4. August 2009 keine Aktien zu verkaufen.

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Hatte zwischenzeitlich vor allem die Aussicht auf einen bevorstehenden Ausstieg des Bundes die Titel beflügelt, geben derzeit Spekulationen Auftrieb, dass im Steuerstreit mit den USA bald eine diplomatische Lösung oder ein juristischer Vergleich gefunden werden kann. Auch wenn eine Einigung teuer werden könnte: Die Drohkulisse und die Unsicherheit wären damit weg.