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UBS-Banker: Chinas Börse wird wieder fallen

China: George Magnus prophezeit einen weiteren Kurssturz. Bloomberg

Peking stemmt sich gegen den Kursverfall an der chinesischen Börse – mit Erfolg. Die Märkte haben sich beruhigt. Der UBS-Mann George Magnus warnt aber: Der Crash ist noch nicht zu Ende.

Veröffentlicht am 20.07.2015

Die chinesischen Börsen haben am Montag ihre Erholung vom Kurssturz der vergangenen Wochen fortgesetzt. Die Leitindizes der Märkte in Shanghai und Shenzhen legten jeweils rund 0,8 Prozent zu. Die Börse in Hongkong gewann 0,1 Prozent. Die staatlichen Stützungsmassnahmen zeigten offenbar Wirkung, sagten Händler.

Anderer Meinung ist George Magnus. Der Kursrutsch an Chinas Aktienmärkten werde weitergehen, ist er überzeugt. Der leitende unabhängige Berater bei der UBS geht von zusätzlichen Verlusten von bis zu 35 Prozent aus. Ein entsprechender anhaltender Kursverfall würde den Shanghai Composite Index auf 50 Prozent gegenüber seinem Hoch vom Juni drücken.

Ungerechtfertigte Rally

«Wir werden dorthin zurückkehren, wo wir hergekommen sind», sagte Magnus in einem Interview mit Bloomberg am vergangenen Donnerstag in London. «Der Shanghai Composite wird bis auf 2500 bis 2800 Zähler nachgeben», ergänzte Magnus.

Magnus begründet seine negative Einschätzung im Hinblick auf chinesische Aktien damit, dass die Rally nie gerechtfertigt war, angesichts des eingetrübten Ausblicks beim Wirtschaftswachstum. Zwar hatte der Boom an den Aktienmärkten in den sechs Monaten bis Juni für einen Wachstumsschub gesorgt, aber das Wachstum im Immobiliensektor war verhalten und die Landwirtschaft entwickelte sich etwa halb so kräftig wie das Sieben-Prozent-Wachstum der Volkswirtschaft insgesamt.

Verkaufsverbot für Grossaktionäre

Die Verantwortlichen in China versuchen dem Kursverfall Einhalt zu gebieten, indem Grossaktionären ein Verkaufsverbot für ihre Anteile auferlegt wurde, institutionelle Anleger aus Staatsbesitz zum Aktienkauf verpflichtet wurden und mehr als die Hälfte der am chinesischen Festland notierten Aktiengesellschaften vom Handel ausgesetzt waren. Es könnten noch weitere Massnahmen erfolgen, sagte Magnus.

«Sie haben die Marktkräfte vor über einem Jahr oder 18 Monaten entfesselt, in Form eines lebendigeren Aktienmarkts. Ich glaube, was jetzt an den Märkten passiert, hat sie verschreckt», sagte Magnus. Die Märkte mit ihren für China typischen Eigenschaften in die chinesische Volkswirtschaft zu integrieren sei klar eines der Ziele gewesen, die sich die Regierung vor einigen Jahren gesetzt habe. Aber er glaube, so Magnus, die Ergebnisse seien so nicht gewollt.

(bloomberg/ise/hon)

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