Am Schweizer Aktienmarkt überwiegen am Dienstag die Kursverluste. Nach einem bereits schwachen Start weitet der Leitindex SMI seine Abschläge innerhalb der ersten halben Handelsstunde noch weiter aus. Vor allem die Finanztitel werden durch enttäuscht aufgenommene Zahlen der UBS belastet.

Zudem drücken die jüngsten Daten aus China auf die Börsenstimmung. Dort gab es einen Rückschlag für die Stimmung in Chinas Industrie: Die erhobenen Daten des Wirtschaftsmagazin «Caixin» für April bestätigten nicht die guten Signale des offiziellen Einkaufsmanagerindex des nationalen Statistikamtes vom Wochenende.

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Ungewöhnlich starke Ausschläge

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 09.30 Uhr 1,26 Prozent auf 7'877,30 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 1,25 Prozent auf 1'215,90 Zähler nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,08 Prozent auf 8'498,41 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln liegen 26 im Minus und 4 im Plus.

Unter den Blue Chips sind an diesem Morgen ungewöhnlich starke Ausschläge an beiden Enden des Spektrums zu sehen. So fallen einzelne Finanztitel im Kielwasser der UBS-Zahlen um mehr als 4 Prozent, während die Aktien von Dufry nach Zahlen um zeitweise mehr als 5 Prozent in die Höhe schnellen.

UBS-Zahlen mit Spannung erwartet

Die Zahlen der UBS (Aktie -4,2 Prozent) waren mit Spannung erwartet worden. Am Ende zeugen sie von den schwierigen Bedingungen an den internationalen Finanzmärkten, mit denen auch die Grossbank zu kämpfen gehabt hat. Die UBS verdiente in den ersten drei Monaten 2016 deutlich weniger als im ersten Quartal des Vorjahres. Bezüglich Ausblick gibt sich die Bank aufgrund der weiterhin volatilen Situation vorsichtig. Bei Vontobel heben die Experten hervor, dass die Bank trotz des schwachen Quartals nach wie vor besser aufgestellt sei als viele Konkurrenten. Die Aktien von Credit Suisse (-2,8 Prozent) und Julius Bär (-1,2 Prozent) folgen mit einigem Abstand.

Bei Dufry (+4,0 Prozent) honorieren die Investoren dagegen, dass der Reise-Detailhändler sowohl beim Umsatz als auch beim EBITDA die Markterwartungen übertroffen hat. Das Unternehmen hat in der Berichtsperiode klar von der Übernahme von World Duty Free (WDF) profitiert. Bei Baader Helvea nennen die Analysten den Start «solide«.

LafargeHolcim zählt zu den Verlierern

Swisscom (-0,1 Prozent) halten sich nach Zahlen vergleichswiese gut. Das Unternehmen hatte die Prognosen der Analysten beim Umsatz erfüllt und bei den Gewinnzahlen leicht übertroffen. Für das Gesamtjahr bekräftigt das Management die früher genannten Ziele. Zu den wenigen Gewinnern gehören noch die Aktien der Swiss Re, die nach einer Hochstufung durch JPMorgan um 0,2 Prozent zulegen.

Auf der deutlich umfangreicheren Verlierer-Liste finden sich neben den Finanzwerten noch die Aktien von LafargeHolcim, die mit -2,0 Prozent an den schwachen Vortageslauf anschliessen. Aber auch die drei Schwergewichte Nestlé (-1,2 Prozent), Roche und Novartis (beide -1,1 Prozent) verzeichnen deutliche Abschläge und ziehen somit den Gesamtmarkt abwärts. Roche hatte am Morgen angekündigt, auf dem diesjährigen ASCO-Kongress 19 Medikamente und verschiedene Krebsimmuntherapeutika vorstellen zu wollen.

EFG steht vor einer Kapitalerhöhung

Im breiten Markt steht mit Straumann (+2,6 Prozent) ein weiterer Vertreter aus dem Gesundheitsbereich im Blick. Der Dentalimplantat-Hersteller hat nach einem starken Auftaktquartal seine Ziele für das Gesamtjahr erhöht. Bei der ZKB bescheinigen die Analysten dem Unternehmen einen «ausgezeichneten Start« in das laufende Jahr.

Das Pharmaunternehmen Santhera (unverändert) wiederum hat bei der US-Gesundheitsbehörde FDA ein «umfassendes Datenpaket« im Hinblick auf die Zulassung seines Medikaments Raxone zur Behandlung von Patienten mit der Krankheit Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) eingereicht.

Auf der Verliererseite fallen im frühen Handel noch die Aktien von EFG (-4,3 Prozent) auf. An diesem Tag beginnt bei der Vermögensverwalterin die Zeichnungsfrist für die geplante Kapitalerhöhung.

(awp/me)