Die Bilanz für die ersten sechs Monate fällt gemischt aus: Zwar hat sich die Hedge-Fonds-Branche, gemessen am provisorisch ermittelten HFRI-Gesamtindex per Ende Juni, mit einem Minus von 0,8% im Vergleich zu den Aktienmärkten gut gehalten. Hedge-Fonds mit den Strategien Macro (Ausnutzen von volkswirtschaftlichen Trends), Short Bias (kurzfristige Marktungleichgewichte), Energie/Basismaterialien und marktneutrale Strategien haben sogar 3 bis 12% zugelegt. Und im Vergleich zum Sommer 2007, bevor die Subprime-Krise ausbrach, hat der Credit-Suisse-Tremont-Hedge-Funds-Index sogar 5% zugelegt.

Verluste resultierten allerdings, wenn auf die falschen Strategien gesetzt wurde. Denn wer allgemein auf Aktien, Technologie, Healthcare, Spezialsituationen (Übernahmen), Restrukturierungen oder auf Wandelanleihen-Arbitrage wettete, verbuchte ein Minus zwischen 3 und 8%.

Auf globale Megatrends setzen

In diesem Umfeld legt die Credit Suisse zwei neue strukturierte Produkte auf Hedge-Fonds auf. Das RMF Winds of Change Portfolio (VN 372 3459 für die Franken-Variante) setzt auf eine Reihe neuer globaler Megatrends wie Umwelt, Demografie, Technologie, Rohstoffe, alternative Energien und Emerging Markets und lässt das Geld von 45 spezialisierten Managern verwalten. Der Emissionspreis ist 10 000 Fr. bzw. 10 000 Euro oder 10 000 Dollar. Die Franken-Version läuft bis Ende Juni 2012, die in Euro und Dollar denominierten Varianten bis Mitte August 2012. Der Themenmix erscheint vielversprechend und liesse sich theoretisch auch mit Branchenindexprodukten oder Aktienbaskets umsetzen. Allerdings steigen damit auch die Verwaltungskosten in die Bereiche, wie sie von Hedge-Fond-Managern verrechnet werden.

Einen ebenfalls breiten, aber etwas anderen Fokus hat der Prime Select Trust Multi Strategy Fund of Hedge Funds. Zwar investiert auch dieses Produkt in eine breite Auswahl von Hedge-Fonds, aber hier liegt das Schwergewicht bei der Erwirtschaftung absoluter Erträge, tiefer Volatilität und Unabhängigkeit vom Marktumfeld. Das Vermögen wird auf die Strategien Long-Short-Equity, Relative Value (Bewertungen), Event Driven (Spezialsituationen wie Übernahmen), Global Macro und Manged Futures verteilt. Gegenwärtig sind die grössten Beträge bei Bridgewater Capital, Brevan Howard, Lily Pond Currency, Shepherd Investors und Owl Creek angelegt.

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Währungsnachteil beachten

Die Managementgebühr liegt bei 1,75% jährlich, es kommt eine Performance Fee von 10% hinzu, wobei hier die «High Water Mark»-Regel angewendet wird – bei einem Rückgang des Kurses muss zuerst der alte Höchststand wieder erreicht worden sein, bevor die Manager 10% der Performance als Belohnung erhalten. Die Höhe der Ausgabekommission richtet sich laut dem Prospekt nach den Tarifen der Hausbank. Der Performance-Vergleich der Dollar-Variante zeigt: In drei Jahren (Berechnungsgrundlage bis April 2008) wurden 20,8% erzielt, entsprechend 6,5% pro Jahr. Die Franken-Version verzeichnete in den letzten beiden Jahren indes Verluste von 1,6% bzw. 0,3%, auch aufgrund des fallenden Dollar.

Dieser Währungsnachteil könnte sich in den kommenden Monaten in einen Vorteil wandeln, wenn der Dollar, wie von etlichen Währungsanalysten erwartet, gegenüber dem Euro und dem Franken wieder steigt. Hedge-Fonds-Anlagen sind vor allem Dollar-Anlagen, auch wenn sie in Franken denominiert sind. Als breit diversifizierte Anlagen eignen sich beide Produkte.