«Bevor ich als CEO abtrete, werden wir eine Dividende zahlen», sagte Cisco-Chef John Chambers kürzlich. Dabei darf er aber nicht vorschnell an einen Rücktritt denken. Denn auch Cisco kann sich dem Abwärtstrend bei den Technologieausgaben nicht entziehen. Bisher investierte der grösste Hersteller von Netzwerkausrüstung wie Switches und Router seinen Gewinn in Akquisitionen und Aktienrückkäufe. In der Amtszeit von Chambers stieg der Jahresumsatz von 1,2 auf über 40 Mrd Dollar.

Die jüngste Prognose sieht für das laufende Quartal einen Rückgang zwischen 5 und 10% vor. Damit ist das langfristige Wachstumsziel von 12 bis 17% gefährdet. Credit-Suisse-Analyst Paul Silverstein hatte mit einem Anstieg von 8,5% gerechnet: «Das Ausmass des Abschwungs ist von den Anlegern noch nicht vollständig berücksichtigt.»

Silverstein hat wie viele andere Analysten seine Erwartungen für das im Sommer endende Geschäftsjahr deutlich gesenkt. Sein Zielkurs von 19 Dollar entspricht dem 14-Fachen des zu erwartenden Gewinns und liegt nur wenig über der aktuellen Notierung. Obwohl Cisco der am besten aufgestellte Ausrüster ist und in seinen neuen Wachstumsbereichen IT-Sicherheit, Videokonferenzen oder Speichertechnologien solide Fortschritte erzielt, ist die Aktie (noch) nicht empfehlenswert.

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Alcatel-Lucent unter Prognose

Chronische Probleme hat Alcatel-Lucent seit der Fusion. Der Konzern ist führend bei DSL-Technologien. Beim jüngsten Quartalsergebnis lag der Umsatz mit 4,07 Mrd Euro leicht unter den Erwartungen, der um Einmalfaktoren bereinigte Gewinn pro Aktie mit 4 Cents 2 Cents unter den Prognosen der Analysten. Erstmals gelang es dem Konzern, bei den operativen Ausgaben Einsparungen auszuweisen. Jefferies-Analyst George Nottel erwartet für 2008 einen Umsatz von 17 Mrd Euro und einen Gewinn von 22 Cents pro Aktie. Sein Kursziel liegt bei 2 Euro und basiert auf einer Bewertung vom Zehnfachen des Gewinns für 2009. Die Firma geht geschwächt in den Abschwung, die Aktie dürfte bei Enttäuschungen deutlich unter dieses Niveau fallen.

Bei Basisstationen, die für die Mobiltelefonie benötigt werden, ist Ericsson Weltmarktführer. Im Aufschwung der letzten Jahre hat sich die Firma mit Übernahmen bei Sicherheit, Software und Datennetz-Hardware verstärkt. Zuletzt litt der Kurs unter dem düsteren Ausblick von Vodafone, dem grössten Mobilkommunikationskonzern. Mats Nyström, Analyst bei SEB, rechnet zwar für 2009 mit einem Umsatzzuwachs von 6,5% und einem Gewinnzuwachs pro Aktie von 3,79 auf 5,89 Kronen. Diese Prognose ist mit einiger Unsicherheit behaftet, weil im Oktober der Ordereingang wegbrach. Sollte der Umsatz wie 2001 bis 2003 um 20% schrumpfen, würde Ericsson nämlich operative Verluste schreiben. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist der Joint Venture SonyEricsson. Dieser überraschte nach zwei miserablen Quartalsabschlüssen mit leicht ausgebauten Marktanteilen und höheren Verkaufszahlen. Viele Analysten erwarten für Ericsson einen Umsatzeinbruch und setzen den Titel allenfalls auf «Halten».

Gewinnwarnung erwartet

Nokia schliesslich hat mit Siemens ein Joint Venture, die sich als Mobilkommunikationsausrüster vor schwierigen Zeiten sieht. Der Konzern erwirtschaftet den Grossteil seines Umsatzes mit Handys, aber die Oktoberzahlen dürften laut Andy Perkins, Analyst bei der Société Générale, unter den Erwartungen liegen und möglicherweise noch im November eine Umsatz- und Gewinnwarnung nötig machen.

Für 2009 erwartet Perkins einen Umsatz von 46 Mrd Euro, 10% weniger als im laufenden Jahr, und weil auch die operative Marge um 2,4% auf 9,4% zurückgehen dürfte, bleibt unter dem Strich noch ein Gewinn pro Aktie von 90 Cents gegenüber 1.52 Euro im laufenden Jahr. Damit ist auch diese Aktie ein klarer Verkaufskandidat.