Auch wenn der Verkehr bei der Energiedebatte oft im Vordergrund steht –, neben der Industrie sind Wohn- und Geschäftsgebäude die grössten Energieverbraucher. Rund ein Drittel des globalen Verbrauchs entfällt auf die Heizung und Kühlung. Die EU setzt deshalb im Rahmen ihres Klimaschutzpaketes hier an und will bis zum Jahr 2020 die Energieeffizienz um 20% steigern, die Emission von Treibhausgasen um 20% senken und den Anteil der erneuerbaren Energien auf 20% mehr als verdoppeln.

Bei Gebäuden lassen sich solche Massnahmen relativ einfach und wirtschaftlich umsetzen: Natürliche Kühlungsverfahren sparen Stromkosten für Klimaanlagen im Sommer, Dämmstoffe und energieeffiziente Fenstergläser senken den Heizölverbrauch im Winter. Hinzu kommen weitere Einsparungsmöglichkeiten durch gut isolierte Leitungen und Röhren, durch bedarfsgerecht eingestellte Klima- und Belüftungsanlagen oder durch moderne Beleuchtungsanlagen.

Zwei Schweizer Firmen vertreten

Hier setzt der neu aufgelegte Gebäudeeffizienz-Basket der Zürcher Kantonalbank (ZKB) ein. Der Aktienkorb umfasst 20 zu je 5% gewichtete Aktien von weltweit aktiven Firmen, die zumindest einen nennenswerten Umsatzanteil mit Produkten oder Services erwirtschaften, mit denen der Energieverbrauch von Gebäuden gesenkt werden kann.

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Geberit (Rohre und Sanitäranlagen) und Schulthess (aufgrund der Sparte Wärme- und Kältetechnik) bilden die zwei schweizerischen Vertreter, sie wurden ergänzt um etliche Firmen, die Produkte für die Wärmedämmung herstellen (Apogee Enterprises, Asahi Glass, Kingspan, Nitto Boseki, Sto, Uralita), Spezialisten für Gebäudetechnik (Centrotec, Iltron, Johnson Controls, Nibe Industrier, Wavin), Beleuchtung (Arima Optoelectronics, Cree, Opto Tech), Haushaltgeräte (Electrolux, Philips) und Immobilienmanagement (Grupo Ferrovial und die japanische Obayashi Corp.).

Basket mit Ausschüttung

Der global ausgerichtete Basket weist eine Laufzeit von drei Jahren auf, ist in Franken denominiert und ist mit einem Ausgabeaufschlag von 2% versehen. Die ZKB gibt 80% der Nettodividenden der Aktien an die Anleger weiter.

Ein globaler Aktienbasket unterliegt einerseits zwangsläufig Währungs- und allgemeinen Konjunkturrisiken. Ein Fünftel der Aktien ist in den USA kotiert, 35% entfallen auf die Eurozone. Hinzu kommen die trüben Aussichten um die US-Wohnbaukonjunktur. Andererseits werden gerade im asiatischen Raum viele moderne Infrastrukturprojekte mit dem letzten Stand der Gebäudetechnik versehen und dazu zählen auch die Dämmung, Lüftung und Beleuchtung. Und die hohen Rohölpreise sowie fiskalpolitische Fördermassnahmen könnten etliche längerfristig disponierende Bauherren und Immobilienbesitzer auch bei ungewissen Börsenzeiten dazu bewegen, in Energiesparmassnahmen zu investieren.

Etablierte Firmen

Eine Garantie für astronomische Kursgewinne besteht bei vielen attraktiven Umweltthemen nicht. Das haben beispielsweise die Käufer von Sonnenenergieanlagen-Baskets bereits schmerzvoll erfahren. Im Gegensatz zu diesen jungen Hightech-Firmen sind die hier vertretenen meist mittelgrossen seit etlichen Jahren mit kontinuierlich verbesserten Produkten und robusten Geschäftsmodellen aktiv.