Wie Gelähmte gehen können und Bequeme auch beim Klappfahrrad nicht auf Elektromotor verzichten müssen - das zeigen Tüftler und Wissenschaftler bei der Erfindermesse in Genf. Ab Mittwoch präsentieren 725 Unternehmen, Universitäten und private Tüftler aus mehr als 40 Ländern 1000 patentierte Ideen. Sie alle sind auf Brautschau: Gefragt sind finanzstarke Investoren, die ihren Ideen zur Marktreife verhelfen sollen.

Wie erfolgreich das sein kann, zeigt das Beispiel von Mircea Tudor. Der Rumäne gewann mit seiner Firma in Genf schon zweimal Preise. Er hat einen mobilen Riesenscanner entwickelt, der auf einem Lastwagen montiert ist und andere Lkw oder auch kleine Flugzeuge nach Waffen, Rauschgift, Sprengstoff und anderen Substanzen durchleuchten kann. Er baut inzwischen in Saint-Imier in der Nähe von Bern eine Fabrik und investiert dort 45 Millionen Schweizer Franken.

Fast die Hälfte findet Geldgeber

Zu dem 45. Erfindersalon vom 29. März bis 2. April werden etwa 50'000 Besucher erwartet. Im vergangenen Jahr fanden nach Angaben der Veranstalter 45 Prozent der Erfindungen Geldgeber. Die Verträge hatten einen Umfang von mehr als 50 Millionen Euro.

Die nach einem Sturz 2007 gelähmte deutsche Athletin Silke Pan wird bei der Messe einen ultraleichten Apparat der ETH Lausanne (EPFL) vorstellen, mit dem sie laufen kann. Sie steuert das Gerät, genannt TWIICE, per Knopfdruck in einer Krücke und kann damit sogar Treppen steigen. Die Batterie in der Grösse eines Minirucksacks trägt sie auf dem Rücken. Pan nahm mit dem Gerät im vergangenen Oktober bereits erfolgreich am "Cybathlon" teil, einem von der ETH Zürich organisierten Wettkampf der technischen Hilfsmittel.

Von Roboter bis Klopapiersack

Zu sehen sind auch ein sehr menschlicher Roboter, ein tragbarer Baukasten für ein Haus aus wiederverwertbarem Material, ein Klapprad mit Elektromotor, ein neuartiger Klopapiersack für das grosse Geschäft und ein Gerät zur Verbesserung der Mundhygiene.

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Gut die Hälfte der Aussteller beim «Salon International des Inventions de Genève» kommt aus Asien. Nur 20 Prozent der Aussteller sind Privatleute, die auf eigene Faust ihr Glück suchen. Die meisten Innovationen werden auf dem Gebiet von Medizin und Gesundheit, Umweltschutz und Energie präsentiert.

(sda/chb)