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Rohstoffe
Unter 40 Dollar: Darum rutscht der Ölpreis wieder ab

Erstmals seit April ist der Preis für ein Fass Rohöl wieder unter die Marke von 40 Dollar gerutscht. Diese Gründe erklären die erneute Talfahrt.

Veröffentlicht am 02.08.2016

Nach einer Erholung im Frühjahr geht es am Ölmarkt wieder rasant bergab: Erstmals seit April ist der Preis für ein Fass Rohöl unter die Marke von 40 Dollar gerutscht. Die US-Sorte WTI kostete kurzzeitig nur noch 39,83 Dollar. Auch die Nordseesorte Brent büsste in den vergangenen Tagen ein und kostet heute rund 42 Dollar.

Zwar erholten sich die Preise am Dienstag wieder leicht. Doch innert Monatsfrist haben sie fasst 20 Prozent eingebüsst. Fachleute führen mehrere Gründe für die deutlichen Abschläge an. Zwischenzeitlich seien Angebot und Nachfrage ausbalanciert gewesen, sagte Rohstoffexperte Harry Tchilinguirian von der Bank BNP Paribas der «Financial Times». Doch nun erhole sich das Angebot wieder.

Preiskampf zwischen Saudi-Arabien und Iran

Der Einbruch des Angebots der US-Produzenten falle geringer als zunächst erwartet aus, so der Analyst. In der vergangenen Woche war die Zahl der Ölbohrlöcher in den USA sogar wieder leicht um drei auf 374 Förderanlagen gestiegen, wie der Ölausrüster Baker Hughes am Freitag mitgeteilt hatte. Damit legte die Zahl der Bohrlöcher die fünfte Woche in Folge zu und verstärkte am Markt die Sorge vor einem zu hohen Angebot.

Ein weiterer Grund für die neuen Turbulenzen: Der weltweit grösste Rohölexporteur Saudi Aramco hat seine Preise für den asiatischen Markt gesenkt. Die Preissenkung des staatlichen Ölförderunternehmens aus Saudi-Arabien ist die stärkste seit zehn Monaten. Laut Beobachtern will Saudi-Arabien damit verhindern, dass der Iran Marktanteile zurückgewinnt. Der Iran hatte seine Ölproduktion im laufenden Jahr um 25 Prozent erhöht.

Opec weitet Produktion erneit aus

Ausserdem hat die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ihre Produktion im Juli laut Medienberichten um weitere 100'000 Barrel pro Tag ausgeweitet. Mit derzeit 33,41 Millionen Barrel pro Tag liegt die Förderung des Kartells mittlerweile auf einem Mehrjahreshoch.

(moh, mit awp)

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