Das Ende der Technologieblase bedeutete nicht für alle kotierten schweizerischen Softwarefirmen das Aus. Die vier Firmen Crealogix, Red-IT, Day und Esmertec sind zwar in unterschiedlichen Segmenten tätig, gelegentlich kommt es aber bei allen zu Restrukturierungen und/oder Umbauten des Geschäftsmodells, teilweise sind sie finanziell recht erfolgreich oder haben, ohne viel Geld zu verdienen, nennenswerte Marktanteile in ihren Bereichen erreicht.

Eine Ausnahmestellung hat Temenos erreicht – das Genfer Bankensoftwarehaus spielt unterdessen in einer anderen Liga als die oben genannten Firmen. Die Konkurrenten von Temenos sind auch nicht die lokal verankerten Bankensoftwareanbieter Avaloq oder Finnova, sondern die Grosskonzerne wie Oracle, SAP oder Misys. Crealogix bietet E-Business-Lösungen und ERP-Systeme an, mit denen Kunden ihre Ressourcen verwalten. Die beiden Sparten sind unterschiedlich erfolgreich: E-Business verzeichnete beim Ende März veröffentlichten Halbjahresresultat einen Umsatz von 22,5 Mio Fr. und eine Marge auf Stufe Ebit von 22%. Es konnten Kunden wie Lombard Odier, BSI, Kuoni und Geberit gewonnen werden.

Red-IT ist zu dünn gepolstert

«Unerfreulich» bezeichnete das Crealogix-Management die Situation bei der ERP-Sparte. Hier schrumpfte der Umsatz um 15% auf 11,2 Mio Fr., es entstand ein Betriebsverlust von 3,6 Mio Fr. Grund sind Abschreibungen infolge einer eingestellten Softwarelinie, Rückstellungen für zu spitz kalkulierte Projekte und Restrukturierungskosten. Aufgrund der Abkühlung bei den IT-Investitionen von Banken rechnet man mit einer schwächeren 2. Jahreshälfte, vor allem dürfte die ERP-Sparte nochmal einen Verlust ausweisen. Die Aktie ist aufgrund des Umbruchs hoch bewertet und allenfalls für Investoren mit längerem Anlagehorizont empfehlenswert.

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Der Software-Integrator Red-IT wird Mitte April die detaillierten Zahlen offen legen. Die Ende Januar publizierten Eckdaten weisen bereits darauf hin, dass der Umsatz um 25% auf gegen 100 Mio Fr. gesteigert werden konnte. Die Gewinne fliessen aufgrund des Preis- und Margendrucks indes nur spärlich. Eine Gewinnmarge von 2% ist im Software- und Integrationsgeschäft – Red-IT stützt sich auf Microsoft-Produkte für Firmenanwender – zu wenig. Zumindest um längerfristig zu überleben, dem konstanten Preisdruck voranzueilen und nicht hinterherzurennen sowie Unvorhergesehenes wie grosse Projektabbrüche zu handhaben. Das Red-IT-Management hat sich deshalb auch die Steigerung der Ebit-Marge auf 10% vorgenommen. Die Aktie ist noch risikobehafteter als die von Crealogix.

Day als Beimischung geeignet

Day Software ist im Bereich Web-Content-Management tätig, mit dieser Software managen Firmen ihre Internetauftritte. 2007 konnte der Umsatz um 28% auf 26,4 Mio Fr. gesteigert werden, Lizenz- und Supportumsatz wuchsen gleichermassen. Das Betriebsergebnis erreichte 2,8 Mio Fr. nach 1,9 Mio im Vorjahr. Steuervergünstigungen verhalfen im letzten Geschäftsjahr zu einem deutlich höheren Reingewinn von 7 Mio Fr. Für dieses Jahr zeigte sich das Day-Management zuversichtlich. Die Gewinnprognose liegt bei 2.50 Fr. pro Aktie, die ist zum 14fachen dieses Gewinns und damit angemessen bewertet und als einziger schweizerischer Softwarewert für ein gut diversifiziertes Portefeuille geeignet.

Esmertec stellt Software für Handys her. Diese Software hilft, die knappen Strom- und Rechenressourcen in Handys für Spiele und weitere Anwendungen optimal zu nutzen. Nach einem Turnaround im letzten Jahr, bei dem die Auslieferungen um 78% auf über 106 Mio Einheiten gesteigert und der Marktanteil von 7,6 auf knapp 10% ausgebaut werden konnte, steht für dieses Jahr der Vorstoss in die Gewinnzone im Vordergrund.

Letztes Jahr dürfte laut Analystenschätzungen ein Verlust von 50 Rp. pro Aktie aufgelaufen sein, für dieses Jahr liegt ein Gewinn von 20 bis 25 Rp. im Bereich des Möglichen. Daraus ergibt sich eine Bewertung zum 40- bis 50fachen des aktuellen Kurses. Erst wenn sich der Turnaround bestätigt, wird die Aktie erwägenswert.