1. Home
  2. Invest
  3. US-Banken rüsten sich für turbulente Märkte

Vorbereitet
US-Banken rüsten sich für turbulente Märkte

Wall Street: Bei Morgan Stanley sollen Händler sogenannte Stop-Loss-Order prüfen. Keystone

Der Brexit war allen eine Lehre: Für die US-Wahlen haben Goldman Sachs und Co. daher vorgesorgt. Mehr Personal und Kundenberatungen sollen mögliche Turbulenzen auffangen.

Veröffentlicht am 08.11.2016

Morgan Stanley, JPMorgan Chase, Goldman Sachs und andere Wall-Street-Banken bereiten sich auf mögliche Finanzmarktturbulenzen nach der US-Präsidentenwahl vor. Sie reagieren damit auf Erfahrungen aus dem Brexit-Referendum Ende Juni.

Nachdem eine knappe Mehrheit der Briten sich überraschend für einen Austritt aus der EU entschieden hatte, brach das US-Börsenbarometer S&P-500 am Tag nach der Abstimmung um 3,6 Prozent ein.

Telefonkonferenzen eingeplant

Daher planen die Finanzinstitute eigenen Angaben zufolge Beratungen mit Kunden unmittelbar nach der Wahl in den USA. Unter anderem Bank of America und Wells Fargo haben Telefonkonferenzen von Managern der Vermögensverwaltung angesetzt.

Bei Morgan Stanley sollen Händler zudem sogenannte Stop-Loss-Order prüfen, wenn es nach dem Urnengang am Dienstag zu starken Kursausschlägen kommt, wie aus einem internen Papier der Bank hervorgeht. Dabei handelt es sich um automatisierte Handelsaufträge, bei denen Aktienpositionen verkauft werden, sobald ein bestimmtes Kursniveau erreicht wird.

Mehr Personal

JPMorgan hält nach Auskunft eines Sprechers in der Wahlnacht in New York zusätzliche Händler bereit. Sie sollen die Teams in Asien unterstützen, sollten die Handelsvolumina in die Höhe schiessen. Von ähnlichen Plänen berichtete eine Citigroup-Sprecherin.

Favoritin der Wall Street ist die demokratische Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton, die in Umfragen knapp in Führung liegt. Ihr republikanischer Rivale Donald Trump gilt wegen seiner Unberechenbarkeit als Investorenschreck.

2 bis 5 Prozent Kursausschläge

Händler gehen davon aus, dass es am Mittwoch an den US-Aktienmärkten zu Kursausschlägen von 2 Prozent nach oben oder unten kommen könnte. Im Falle eines Siegs von Trump halten die Experten von Citigroup sogar einen Kurssturz des S&P-500 von 3 bis 5 Prozent für möglich.

(sda/jfr/me)

Anzeige