Gewinnmitnahmen haben die Tokioter Börse am Donnerstag belastet. Auslöser seien etwas vorsichtigere Äusserungen der US-Notenbank zur Entwicklung der weltgrössten Volkswirtschaft, sagten Händler. Die Federal Reserve deutete am Mittwochabend zudem an, die Zinsen etwas behutsamer anzuheben als bislang gedacht, was den Dollar zu Euro und Yen unter Druck setzte. Beides wiederum belastete japanische Exportwerte.

Anleger fürchteten um die Geschäfte der Unternehmen im Ausland und machten nach der jüngsten Rekordjagd des Aktienmarkts auf ein 15-Jahreshoch Kasse. Der Leitindex Nikkei verlor bis zum Mittag 0,7 Prozent auf 19'418 Punkte. Den übrigen Fernost-Börsen gab die Aussicht auf länger niedrige Zinsen in den USA und damit mehr billiges Geld dagegen Auftrieb.

Nissan und Honda verlieren

Zu den grössten Verlierern in Tokio gehörten die Autobauer Nissan und Honda, die jeweils mehr als ein Prozent nachgaben. Ähnlich stark gefragt wie am Vortag waren dagegen die Aktien von Nintendo, die nochmals rund 13 Prozent zulegten. Der zuletzt schwächelnde Spielekonsolen-Hersteller hatte kürzlich angekündigt, seine beliebten Spielehelden wie etwa Super Mario künftig auch für Apps auf Smartphones und Tablets anzubieten. Anleger hatten lange auf diesen Schritt gewartet, denn Nintendo hat die Konkurrenz dieser mobilen Geräte schwer zugesetzt.

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Der Euro gab einen Teil seiner Vortagsgewinne in Fernost wieder ab und notierte bei 1,0804 Dollar 0,6 Prozent tiefer. Am Mittwoch war die Gemeinschaftswährung nach den Fed-Äusserungen zeitweise um 2,8 Prozent bis auf 1,1062 Dollar geklettert - der grösste Anstieg an einem Tag seit sechs Jahren. Zur japanischen Währung notierte der Dollar wenig verändert bei 120,23 Yen. Der Schweizer Franken notierte bei 0,9885 Franken je Dollar und 1,0677 Franken je Euro.

(reuters/ise)