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Energie
US-Ölaktien sind billig zu haben

Fracking Wyoming
Fracking-Rig in Wyoming: Schieferölförderung ist bedenklich für die Umwelt.Quelle: Keystone

Das Öl-Angebot aus Venezuela und Iran schrumpft. Die Öllager leeren sich – in den USA floriert das Schieferölgeschäft.

Von Matthias Jenzer*
am 18.05.2018

Trotz höheren Ölpreisen rapportieren diverse Produktionsländer ausserhalb der OPEC eher enttäuschende Förderzahlen. Als Grund wird vielerorts die anhaltend schwache Investitionstätigkeit der letzten beiden Jahre herangezogen, was sich allmählich auf die Kapazität niederschlägt. Die OPEC besitzt zwar genügend freie Kapazitäten um die Förderung hochzufahren, sollten tatsächlich Engpässe entstehen. Jedoch ist auch dieses mögliche Förderpotential eher rückläufig und zudem mehrheitlich bestehend aus Schweröl – also nicht «allererste Sahne» was die Nutzbarkeit anbelangt. Die global aufgebauten Lagerbestände – zu Wasser und zu Land – reduzieren sich fortlaufend und werden bald auf das übliche Niveau zurückgefahren sein.

Bei gleichbleibender Nachfrage müsste somit mittelfristig die Förderung wieder hochgefahren werden, um die Stabilität auch der Preise nachhaltig zu gewährleisten. Doch woher soll die kommen?
Grosser Profiteur dieser Entwicklung sind die Schieferölproduzenten in den USA. Die aggregierten Produktionszahlen zeigen neue Höchststände, während die Anzahl produktiver Ölborinseln, oder sogenannte «rigs» weiter steigen. Im Gegensatz zum Rest der Welt wird hier wieder investiert.

Enttäuschende Renditen der Ölaktien

Die US Schieferölindustrie ist geprägt von wachsenden Einnahmen, besser als erwarteten Gewinnen und mitunter laufend nach oben korrigierten Profitschätzungen. Und trotzdem hinken Ölaktien dem Ölpreis hinterher. Sehr zur Enttäuschung der Anleger, die mit Energieaktien auf einen steigenden Ölpreis setzten. Zu vorsichtig agierten Analysten und auch Unternehmer mit dämpfenden Erwartungen. Das Resultat heute sind günstige Bewertungen und insbesondere eine klaffende Lücke zum Ölpreis, die es aufzuholen gilt.

Schätzungen für Ölpreis steigen erstmals – ein Signal zum Kauf von Aktien

Erstmals seit langer Zeit werden die Schätzungen für den künftig zu erwartenden Ölpreis nach oben korrigiert. Ein entscheidender Faktor, um die Ölaktien wiederzubeleben. Als positiv eingestuft werden kann auch die Übernahme von RSP Permian durch Concho , welche zu einem markant höheren Preis fixiert wurde als an der Börse gehandelt. 
Diese Übernahme - der erste nennenswerte «deal» im Energiesektor seit über 6 Jahren – zeigt wie billig der Sektor bewertet ist. Die Zeit ist reif: «strong buy» – unbedingt kaufen!

* Matthias Jenzer ist CIO, Quilvest (Switzerland) Ltd.
 

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