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USA fürchten verheerende Ernteausfälle wegen Rekordhitze

Die Rekordhitze in den USA hat weitaus grössere Schäden auf den Feldern angerichtet als bislang gedacht. Auch global entstehen dadurch Probleme.

Veröffentlicht am 11.08.2012

 

Das US-Landwirtschaftsministerium in Washington senkte am Freitag wegen der schlimmsten Dürreperiode im Land seit mehr als 50 Jahren seine Prognose für die Ernte deutlich. Dies trieb die ohnehin stark gestiegenen Preise für viele Getreidesorten weiter in die Höhe. Die USA sind der grösste Mais- und Sojaproduzent der Welt.

Für Mais geht das US Departement of Agriculture (USDA) nun von einer Produktion von 10,8 Milliarden sogenannten Scheffeln (rund 274 Mio Tonnen) aus - das ist der niedrigste Wert seit 2006. Das Ministerium war noch im Juli von rund 13 Milliarden Scheffeln ausgegangen.

Das bedeutet, dass durch die Temperaturen von über 40 Grad in vielen Teilen des Landes und die anhaltende Trockenheit binnen eines Monats ein Sechstel der Maisernte vernichtet wurde.

Geringster Ertrag seit 1995 bei Getreideernte

Auch die Getreideernte dürfte in diesem Jahr rund 13 Prozent niedriger ausfallen als 2011. Damit werde der Ernteertrag der geringste seit 1995 sein. Für die USA als weltgrösster Getreideanbauer und Agrarexporteur wäre es die dritte schlechte Getreideernte in Folge.

Noch drastischer stellt sich die Lage dar, wenn man einkalkuliert, dass die Farmer heute mehr Flächen zum Anbau nutzen als früher. Die amerikanischen Farmer erwarte der niedrigste Flächenertrag seit 17 Jahren, hiess es. Auch bei Sojabohnen drohen massive Ernteausfälle.

Dies beförderte Ängste vor einer weltweiten Verteuerung der Nahrungsmittelpreise, die 2008 in vielen Ländern - darunter in Ägypten, Kamerun oder Haiti - soziale Unruhen ausgelöst hatte. Die weltweiten Lebensmittelpreise sind nach Berechnungen der UNO im Juli durchschnittlich um sechs Prozent nach oben gegangen.

Preise von Agrarrohstoffen um rund die Hälfte gestiegen

Nach den jüngsten Angaben der Weltbank von Ende Juli sind die Preise für wichtige Nahrungs- und Futtermittel seit Mitte Juni stark gestiegen: der Preis für Weizen um 50 Prozent, der für Mais um 45 Prozent. Der Preis für Soja kletterte seit Anfang Juni um 30 Prozent, seit Ende 2011 sogar um 60 Prozent.

Die Hilfsorganisation Oxfam warnte vor verheerenden Konsequenzen für die Armen. Oxfam und die UNO-Welternährungsorganisation FAO forderten die USA deshalb am Freitag dazu auf, den Anbau von Biosprit zu drosseln. Jetzt müsse die Produktion von Nahrungsmitteln Vorrang haben.

An der Börse in Chicago kletterten die Preise für Mais derweil am Freitag auf ein neues Allzeithoch.

(laf/sda)

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