Den US-Konsumenten bläst ein rauer Wind entgegen. Die Beschäftigungslage verschlechtert deren Einnahmenseite, die Löhne stagnieren und der Benzinpreis steigt, ebenso die Hypothekarzinsen. Hinzu kommen die psychologischen Folgen der landesweit sinkenden Hauspreise – Buchgewinne wurden in den letzten Jahren umgehend in die Aufstockung der Hypotheken investiert und diese «Einnahmen» kamen dem Konsum zugute.

Damit ist es laut den Analysten der Société Générale vorerst vorbei. In diesem Jahr dürften sich die Haushaltbilanzverhältnisse verschieben. Eine Erhöhung der Sparquoten zum Schuldenabbau und Wiederaufbau von Bargeldreserven dürfte in erster Linie zulasten der Kreditverschuldung gehen, und die läuft in den USA oft über kurzfristige Kreditkartenkäufe. Und auch hier zeigen sich erste Bremsspuren und indirekte Folgewirkungen der Kreditkrise, welche die Bankenbilanzen bereits seit letztem Sommer belasten. Die jüngsten Daten von American Express deuten einen massiven Anstieg von Zahlungsausfällen und -verzögerungen an. «Diese Zahlen sind für uns ein Hinweis darauf, dass Endkonsumenten die zunehmenden Belastungen spüren», bemerkten die Analysten von Morgan Stanley. Insbesondere eine Kreditkartenfirma wie American Express wird die Folgewirkungen der Subprime- und Hypotheken-Kreditkrise zuerst spüren. Für die kommenden drei Quartalsergebnisse rechnen die Analysten mit einem Rückgang des Gewinns pro Aktie gegenüber 2007. Auch bei Merrill Lynch erwarten die Analysten für American Express einen weitgehend stagnierenden Gewinn. Beide Investmentbanken raten deshalb zum Verkauf der Aktien.

Mit Puts von Krise profitieren

Damit sind Puts auf American Express ein ideales Mittel, um entweder ein US-lastiges Aktienportfolio gegen Rückschläge der Konjunktur abzusichern oder um gezielt auf eine weitere Verschlechterung der US-Konjunktur und die Folgewirkungen für ein exponiertes Unternehmen wie American Express zu setzen. Der Kursverlauf der letzten Monate mit einem Rückgang von 65 auf 45 Dollar spiegelt die Verschlechterung der Rahmenbedingungen wider. American Express wird in der Schweiz lediglich in zwei strukturierten Produkten angeboten: Einem Inverse Multi Barrier Reverse Convertible von Goldman Sachs und einem Knock-in Triple ICE von Julius Bär. Bei beiden Produkten wurde die American-Express-Aktie mit der von Mastercard und der Bank of America gebündelt. Weil Mastercard aber aufgrund der besseren weltweiten Diversifizierung und der viel tieferen Gebühren für die Geschäfte ungleich besser dasteht als die auch auf Händlerseite teure und teilweise nicht akzeptierte American-Express-Karte, wird diese Aktie allenthalben als Branchenfavorit zum Kauf empfohlen, und die Bank of America zählt zu den von der Subprime-Krise wenig betroffenen US-Instituten. In Deutschland werden vier Puts auf American Express angeboten, mit Ausübungspreisen von 45 bis 50 Dollar liegen sie «am» bzw. «im Geld». Wenn die Aktie fällt, steigt der Kurs der Puts. Kurzfristig disponierende Anleger können sich an SG3G9N oder CB9VDE halten, die beide im Juni verfallen. Erst im Dezember läuft der Put CB9VDL aus, hier haben Anleger mehr Zeit, ein eventuelles Zwischenhoch «auszusitzen». Die Puts lauten auf Dollar, und damit bestehen neben den Kurs- auch Währungsrisiken. Weil hier die Ausschläge besonders gross sind, sollten die Kurse ständig überwacht werden. Für Anleger, die sie kaufen, sind aber «schlechte» Nachrichten von den US-Konsumenten «gute Nachrichten» fürs Depot.

Anzeige