1. Home
  2. Invest
  3. Valartis-Aktie verliert einen Drittel des Werts

Kurs-Schock
Valartis-Aktie verliert einen Drittel des Werts

Valartis: Die Bankengruppe kämpft mit einem finanziellen Engpass. Keystone

Die finanzielle Schieflage der Valartis-Bankengruppe reisst die Aktie tief ins Minus. Kurz nach dem Handelsauftakt rauscht das Papier um 30 Prozent in die Tiefe.

Veröffentlicht am 16.11.2015

Die Aktien von Valartis sind am Montag im frühen Handel um rund 30 Prozent eingebrochen. Die Finanzboutique hat vorbörslich überraschend mitgeteilt, dass der Verwaltungsrat wegen Liquiditätsproblemen ein Gesuch um Nachlassstundung für sechs Monate eingereicht hat.

Die wenig liquide Valartis-Aktie notiert um 09.45 Uhr 30,3 Prozent tiefer bei 8,75 Franken, gehandelt sind mit gut 8'000 Aktien bereits fast viermal so viel wie sonst an einem ganzen Tag. Die Aktienkapitalisierung beträgt damit noch rund 44 Millionen Franken.

Langes Trauerspiel

Der Verlauf der Aktie ist schon längere Zeit ein Trauerspiel. Das Unternehmen hat schon diverse Strategieänderungen hinter sich und der Aktienkurs hat seit dem Hoch von rund 112 Franken im Jahr 2005 mehr als 90 Prozent verloren. Nach der Finanzkrise hatte sich der Titel immerhin nochmals auf rund 30 Franken erholt.

Das Finanzhaus Valartis wird seit Juni operativ von Stephan Häberle geführt, VR-Präsident ist Gustav Stenbolt. Dieser hält zusammen mit einer Aktionärsgruppe auch die Mehrheit bzw. gut 57 Prozent am Unternehmen.

Umbruchzeit

Die Gruppe befindet sich bereits seit längerer Zeit im Umbruch. 2012 hatte sich das Unternehmen noch auf das Private Banking konzentrieren wollen, verkaufte dann aber 2014 das Kernstück Schweizer Private Banking an die Genfer Norinvest Holding bzw. deren operative Tochter Banque Cramer.

Daneben wurde in den letzten Jahren auch das Kreditkartengeschäft sowie die Beteiligungsgesellschaft ENR Russia veräussert. 2014 hatte Valartis aufgrund von Sonderfaktoren durch den Umbau und Investmentverlusten als Folge der Russland-Krise einen Rekordverlust von 73,3 Millionen Franken geschrieben.

(awp/ise/hon)

Anzeige