Die Zinsstrukturkurve, ein Indikator für die Konjunkturerwartungen, hat auf die Präsidentschaftswahlen in den USA nur verhalten reagiert. War die Bezugsgrösse noch am Montag auf 2,48 Prozentpunkte geklettert – einen Wert, der zuletzt Anfang 2004 erreicht wurde –, flachte die Kurve nach der Wahl auf 2,38%-Punkte ab.

Die Zinsstrukturkurve misst das Gap zwischen dem Zinsertrag von zweijährigen und zehnjährigen Staatsanleihen. Ist die Konjunktur schwach, vergrössert sich der Abstand, weil die Zinsen gesenkt werden, um das Wachstum anzukurbeln. Die kurzfristigen Zinssätze reagieren auf Massnahmen der Notenbanken empfindlicher und fallen stärker als die langfristigen Zinssätze. Wenn sich die Wirtschaft erholt und die Zinsen wieder angehoben werden, schliesst sich das Gap.

Die Erwartungen sind düster

Deutlich steiler ist momentan die Zinsstrukturkurve der wichtigsten Staatsanleihemärkte geworden. Investoren rechnen sogar mit einem weiteren Anstieg – ein Zeichen dafür, wie düster ihre Konjunkturerwartungen sind. Theoretisch sollte der grosse Abstand das Bankgeschäft wieder ankurbeln, da Banken billig Geld bekommen können und es teurer Weiterverleihen. Nur: Die Banken verleihen zurzeit gar nicht – oder höchstens zu hohen Zinssätzen.

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