Die Entwicklung des Baugewerbes hat den Zenit durchschritten, und es ist mit deutlich niedrigen, aber immer noch positiven Wachstumsraten zu rechnen. Vor dem Hintergrund eines stagnierenden Wohnungsbaus vermochte sich das gesamte Bauvolumen 2007 bei einem Gesamtwert von gut 50 Mrd Fr. nur noch 0,5 % zu steigern.

Wegen der Verschiebung von Bauprioritäten ist ein ungeplanter azyklischer Effekt eingetreten, wie es die Konjunkturforscher nennen, welcher für 2008 ein gesamthaftes bauwirtschaftliches Plus von 1,4% erwarten lässt. Das hält die Konjunkturforschungsstelle der ETH Kof gemäss ihrer Januar-Umfrage fest.

Im Baugewerbe werden die Zukunftsaussichten vorsichtig eingeschätzt: Nach den Feststellungen der Kof kommen von Seiten der Auftragseingänge kaum noch positive Impulse, allerdings konnte hier die Abschwächung gestoppt werden.

Mittelfristig sind die Auftragserwartungen sogar leicht negativ, haben sich aber ebenfalls nicht weiter verschlechtert.

Gegenläufiger Investitionsbereich

Die Anlageninvestitionen stehen unter divergierenden Einflussfaktoren, nachdem die Bautätigkeit an Dynamik verliert. Zwar partizipiert der Wirtschaftsbau am Anstieg der Bürobeschäftigung und an einer gewissen Belebung im öffentlichen Hochbau, stellt Credit Suisse Invest fest. Dazu trägt auch die Realisierung grosser Einkaufszentren bei, wo der künftige Bedarf auf weitere 420000 m² Verkaufsfläche geschätzt wird. Die Immobilienmärkte profitierten von der guten Konjunktur, der soliden Nachfrage, der tiefen Inflation und den relativ niedrigen Zinsen der vergangenen Jahre. Der Geschäftsgang war 2007 sehr gut, und dank der immer noch regen Bautätigkeit verheisst auch 2008 einen guten Geschäftsgang in der Immobilienbranche.

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Im Wohnbaubereich lassen die rückläufigen Investitionen für das Baugewerbe 2008 einen beschleunigten Wertschöpfungsrückgang erwarten. Diese verhaltene Entwicklung kann zu einem gewissen Teil durch andere Bausparten kompensiert werden. Dazu gehört gemäss BAK Economics Basel der Betriebsbau, während der Infrastrukturbau von Grossprojekten der Schiene und Strasse profitiert.

Ab 2009 wieder leicht positiv

Der anhaltend hohe Margendruck in der Bauwirtschaft dürfte sich mit dem Abflauen des Wohnbaubooms akzentuieren, doch steht ein ausgeprägter und lang anhaltender Rückgang des Wertschöpfungsniveaus nicht bevor.

Ab dem Jahr 2009 wird die Entwicklung der Wertschöpfung nach Meinung von BAK zunächst noch durch eine schwache, wenn auch insgesamt schon wieder leicht aufwärts gerichtete Dynamik der realen Wohnbauinvestitionen geprägt. Die Baukosten haben sich wegen einer Verteuerung bei den Baumaterialien sowie steigender Treibstoffpreise markant erhöht. Innert drei Jahren stiegen sie gemäss offizieller Statistik des BFS um fast 10% an.