Seit Ausbruch der US-Subprime-Krise im letzten Sommer hat der Schweizer Bankenindex fast 40% eingebüsst. Einzig die Titel der Genfer Banque Privée Edmond de Rothschild, der Berner sowie der Zuger Kantonalbank, der Bank CA St. Gallen und der Valiant Bank haben seit Anfang August 2007 zugelegt und sich damit «krisenresistent» gezeigt.

«Die Krise zieht ihre Kreise, die Vermögensverwalter sind jetzt auch betroffen», sagt Sarasin-Analyst Rainer Skierka. Reine Vermögensverwalter wie Julius Bär bekommen die Folgen der Krise indirekt zu spüren: Die Kunden sind zurückhaltender mit Transaktionen, der schwache Dollar und die Turbulenzen an den Finanzmärkten schmälern die verwalteten Vermögen und damit die Erträge der Banken.

Valiant als Gewinnerin

«Dies wird in den Halbjahreszahlen sichtbar sein», sagt Andreas Venditti, Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Für das 1.Quartal weisen Julius Bär, Sarasin, Vontobel oder EFG International keine Zahlen aus.

Besser sind die Aussichten für die Regional- und Kantonalbanken: «Im 1. Halbjahr werden sich nur geringe Spuren der Finanzkrise zeigen», erklärt Venditti. Das Geschäft der Regional- und Kantonalbanken werde erst dann stärker tangiert, wenn sich die Wirtschaft auch in der Schweiz abschwäche.

Andererseits könnten die Regional- und Kantonalbanken Kundengelder gewonnen haben, die der UBS im 1. Quartal im Schweizer Markt abgeflossen sind.

«Am stärksten werden wohl die Kantonalbanken von der Finanzkrise profitieren», sagt ZKB-Analyst Venditti. Wenn die Kunden ihre Bank nicht mehr als stabil ansehen, suchen sie nach Sicherheit. «Dieses Bedürfnis decken die Kantonalbanken mit ihrer Staatsgarantie am besten ab.» Wenn die Luzerner Kantonalbank am 6. Mai 2008 das Quartalsergebnis vorlegen wird, dürfte daher besonders der Zufluss an Neugeldern interessieren.

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Wer noch nicht mit einem baldigen Ende der Finanzkrise rechnet, liegt mit den Aktien von Kantonal- und Regionalbanken nicht falsch. Seit dem Sommer letzten Jahres hat die Valiant Bank mit einem Kursgewinn von rund 13% am besten abgeschnitten. Die Berner Kantonalbank hat 10% zugelegt, die Zuger Kantonalbank rund 8% gewonnen.

Zuletzt hat sich zwar gezeigt, dass sich auch Kantonalbanken verspekulieren können. Die Banque Cantonale Vaudoise (BCV) musste im Eigenhandel einen herben Verlust von 37 Mio Fr. im 1. Quartal 2008 hinnehmen. Trotz dieses Verlustes wird die Bank aber noch einen Bruttogewinn zwischen 55 und 65 Mio Fr. ausweisen.

Die BCV stellt allerdings eher eine Ausnahme unter den Kantonalbanken dar. «Die anderen Kantonalbanken in der Schweiz handeln entweder überhaupt nicht oder nicht so stark auf eigene Rechnung», erklärt Andreas Venditti von der ZKB.

Laut Sarasin-Analyst Rainer Skierka sollte der Anleger beachten, dass viele dieser Aktien eher Liebhabertitel und entsprechend wenig liquide sind: «Wenn viele Investoren zukaufen, ist der Preisanstieg nicht mehr gerechtfertigt.»