Obwohl Kreditderivate oft mit Problemen bei Banken und Versicherungen wie AIG oder Swiss Re assoziiert werden, bilden sie richtig eingesetzt - eine sinnvolle Depotergänzung.

Die Baisse an den Aktienmärkten kaschiert den Rückgang an den Obligationenmärkten. Zwar legten die Kurse von Regierungsanleihen und öffentlichen Triple-A-Schuldnern im letzten halben Jahr deutlich zu, bei Firmenanleihen sieht es aber anders aus. So notiert die 3,125%-Holcim-Anleihe 07-17 bei 91,5%. Anleger erhalten per Verfall eine Rendite von 4,3%, was die Unsicherheit am Markt reflektiert.

Put-Indizes für Obligationen

Zur Ausfallabsicherung bei einzelnen Schuldnern bestehen zwei Möglichkeiten: Der Kauf von Credit Default Swaps (CDS), eine Art Kreditversicherung auf einen einzelnen Wert, oder aber eine breitere Absicherung gegen Verluste bei einer Firmenpleite. Was die Anleger bei Aktiendepots können, nämlich entweder Puts auf die einzelnen Aktienpositionen kaufen oder direkt in einen breiten Index wie den Stoxx-50 zu investieren, geht im Obligationenbereich über die iTraxx-Indizes. Für Investoren, die sich gegen Kreditausfälle absichern möchten, ist der iTraxx-Crossover naheliegend - hier werden die 50 CDS von europäischen Schuldnern mit einer Bonität unter «BBB» gebündelt. Wenn der Markt die Ausfallwahrscheinlichkeit von Firmen mit tiefer Bonität hoch einschätzt, steigt auch der iTraxx-Crossover-Index. Inzwischen gibt es von der Deutschen Bank oder Easy-ETF auch Indexfonds (ETF), die den iTraxx-Crossover-Index abbilden.

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Ausfallquoten bis zu 50 Prozent

Die Kursentwicklung der letzten zwölf Monate widerspiegelt nicht nur die Zinsentwicklung bis zum letzten Sommer. Die Pleiteängste an den Kreditmärkten im letzten Oktober liessen den iTraxx-Crossover-Index innert Tagen um 6% ansteigen. Absicherungen sind über die Short-Variante dieses Index einfacher vorzunehmen. Der Preis des entsprechenden iTraxx-Crossover-ETF stieg seit dem letzten April um 25%. Inzwischen nimmt der Markt Ausfallquoten von 50% bei Schuldnern mit niedriger Bonität vorweg.

Die langfristigen Statistiken weisen jedoch eher auf halb so hohe Ausfallquoten hin. Zudem zeigen die bisher vorgenommenen staatlichen Stützungaktionen, dass Obligationäre gut wegkommen. Das zeigt sich auch im leichten Rückgang der Indizes in den letzten Wochen. Vor allem die Aktionäre mussten bisher bluten - Portefeuilles mit hoher Aktienquote lassen sich besser mit Mini-Futures absichern, die kaum auf Schwankungen reagieren. ETF auf die iTraxx-Kreditausfall-Indizes sind dagegen gute Instrumente, um den Wert eines obligationenlastigen Depots zu stabilisieren.