Die Entscheidung der US-Notenbank, 18 grossen Finanzinstituten einen Kredit zu gewähren und die Kreditvergabe auf die Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac auszuweiten, ist höchst ungewöhnlich. Denn sie folgt nicht dem Credo, dass der Markt entscheiden soll, welches Unternehmen sich durchsetzt und welches scheitert. Doch wenn die Politiker wollen, dass diese Firmen wieder zu Marktdisziplin zurückkehren, müssen rasch Lehren aus den derzeitigen Marktturbulenzen gezogen werden. Die Börsenaufsicht SEC und die Fed haben bereits reagiert und unterziehen die von ihnen regulierten Unternehmen strengeren Tests hinsichtlich ihrer Liquidität. Und wir haben gelernt, dass Finanzunternehmen, selbst die kapitalstarken, sehr anfällig für Panikreaktionen aufgrund von Gerüchten sind. Was wir jetzt brauchen, ist eine Marktaufsicht, die verlässliche Informationen für Investoren garantiert, und das Vertrauen, dass Handel ohne illegale manipulative Beeinflussung stattfinden kann.

Durch «nacktes» Leerverkaufen wurde viel Schaden angerichtet. Durch die in der vergangenen Woche in Kraft getretenen Regeln unterstützt die SEC nun legales, «wirkliches» Leerverkaufen, das irrationale Übertreibungen und Blasenbildung verhindert und Investoren ermöglicht, auf einen Abwärtstrend zu setzen und andere Positionen zu hedgen. Investoren können wieder auf den Markt vertrauen und sicher sein, nicht auf Marktmanipulationen hereinzufallen. Das Hauptaugenmerk der verstärkten Kontrollen liegt auf den Finanzfirmen, für die die Fed vorübergehend Kredite zur Verfügung stellen wird, aber das Prinzip soll auf alle Unternehmen anwendbar sein. Die SEC will einen geregelten Wertpapiermarkt bewahren und kann, sollte aber nicht Einfluss auf die Fluktuation im Markt ausüben, sondern einen stetigen Zufluss an Liquidität in die Märkte sichern – und zwar von Anlegern, die sicher sein können, nicht hinters Licht geführt zu werden.