AKTIEN. Kudelski: Schlechte Nachrichten sind schon im Kurs eingepreist.

Kudelski hat mit einer substanziellen Reduktion des Gewinnziels für 2007 negativ überrascht. Grund war die Verschiebung von zwei grossen Kontrakten. Der Kurs brach um 50% ein. Jetzt sind alle negativen Meldungen bereits eingepreist. Die Projekte gingen aber nicht verloren – sie werden sich 2008 in den Zahlen von Kudelski zeigen. Die Messlatte des Managements liegt bei 1 Mrd Fr. Umsatz für 2008. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 15 für 2007 und 14,5 für 2008. Wenn weitere Aufträge hinzukommen – im Geschäftsfeld von Kudelski gibt es für Kunden kaum Auswahl – dürfte sich das unmittelbar beim Gewinn und im Kurs niederschlagen.

Quadrant: Günstig bewerteter Kunststoffspezialist

Quadrant hat in den vergangenen 52 Wochen um fast 40% korrigiert. Obwohl der Hersteller von Spezialkunststoffen 2007 auf eine schwächere Geschäftsentwicklung mit einem leichten Umsatzrückgang und einer Verlangsamung in Nordamerika zurückblickt, fiel das präsentierte Zahlenset nicht negativ auf. Der Einbruch erscheint übertrieben. Bei einem Kurs um 145 Fr. notieren die Aktien derzeit mit einem günstigen KGV von 8,5 für 2007 resp. 7,7 für 2008. Trotz steigender Rohmaterialkosten und einem schwachen Dollar sind die Wachstumschancen für Quadrant intakt, insbesondere über Akquisitionen. Zudem kommt die Firma als Übernahmekandidat in Frage.

Nestlé: Outperformer 2007, sicherer Wert 2008

Wer im neuen Jahr auf Nummer sicher gehen will, kauft die defensive Nestlé. Seit Jahresbeginn vermochte Nestlé fast 25% zuzulegen – während der SMI im Minus liegt. Das robuste Geschäftsmodell verspricht Beständigkeit: Nestlé-Anleger blicken auf einen seit mehreren Jahren konstant steigenden Aktienkurs zurück. Dennoch ist der weltweit grösste Nahrungsmittelproduzent mit einem geschätzten KGV von 17 für das Jahr 2008 noch nicht überteuert. Nicht von ungefähr empfehlen 80% der Analysten den Titel zum Kauf. Künftige Probleme wie die Rohstoffverteuerung wird das Unternehmen mittels Preiserhöhungen zu parieren wissen.

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Nobel Biocare: Marktführer zeigt im kommenden Jahr Zähne

Als Marktführer kann Nobel Biocare klar von den grossen Wachstumschancen in der Dentalimplantatebranche profitieren. Das Unternehmen ist sowohl produktemässig als auch regional breit aufgestellt. Neue Produkte dürften 2008 den Umsatz ankurbeln, dagegen könnte im US-Markt ein Knick im Konsumentenvertrauen allenfalls zu einer Abschwächung führen. Der neue CEO Domenico Scala hat einige personelle und strukturelle Neuerungen vorgenommen, und auch die Lösung der Probleme in Schweden sind auf gutem Weg. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 21 für 2008 erscheint der Titel attraktiv bewertet.

St. Galler Kantonalbank: Vom Markt verkanntes Potenzial

Zugegeben, ein Renner war sie 2007 gerade nicht, die Aktie der St. Galler Kantonalbank (SGKB). Ungeachtet der Kursverluste von über 7% hat das Unternehmen aber – mit neuem Management – eine hohe Dynamik bewiesen: Die SGKB baut ihr Standbein im Kreditkrise-resistenteren Private Banking konsequent aus, zuletzt mit der Übernahme der Anglo Irish Bank (Suisse) mit Sitz in Genf. Nächstes Jahr wird zudem die Migration auf die neue IT-Plattform abgeschlossen sein. Bei einem günstigen KGV von 10 bietet dies alles Potenzial, das vom Markt erst noch zu honorieren ist. Und wenn alle Stricke reissen sollten: Die Dividendenrendite beträgt gut 4%.