Das neue Wimbledon-Outfit von Roger Federer sorgte für Aufsehen. Obwohl das blendend weisse Jackett nicht überall Anklang fand, konnte sich Sportartikelkonzern Nike mit dem Tennisidol in der Weltöffentlichkeit in Szene setzen.

So wie Federer mussten auch die Aktien seiner Sponsoren in den letzten Monaten einige Rückschläge einstecken. Doch mit der Aufwärtstendenz des Sportlers steigen auch die Aktienkurse der Unternehmen, die ihn unterstützen. Zu diesen gehören neben Nike etwa der Milchverarbeiter Emmi (noch bis Ende Jahr), der Versicherer Nationale Suisse und der Konsumgüterkonzern Procter& Gamble.

Jacketts statt Rackets

Obwohl die Rackets von Wilson die erste Wahl von Roger Federer sind, sind die Aktien des finnischen Sportartiklers Amer Sports weniger begehrt. Über 50% der Analysten empfehlen, die Valoren der Konzernmutter von Tennisschlägerhersteller Wilson zu verkaufen.

Trotz der kürzlich bekanntgegebenen durchzogenen 4.-Quartals-Resultate schneidet die Aktie von Sportartikelhersteller Nike deutlich besser ab. 63% der Experten bewerten die Aktie mit dem «Swoosh» mit «Kaufen». Zwar sinken die Verkäufe in den wichtigen Absatzmärkten USA, Europa und den Schwellenländern. Doch präsentiere sich das Unternehmen trotz Rezession gesund, so die Experten der Bank Wegelin. Sie bezeichnen die Margenentwicklung bei Nike als ermutigend. Der Sportartikelhersteller fokussiere sich auf Margenschutz und nicht auf Umsatzgenerierung.

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Bei Wegelin geht man zudem davon aus, dass Nike auf Kosten der Konkurrenz Marktanteile hinzugewinnen könne. Die im nächsten Jahr in Südafrika ausgetragene Fussballweltmeisterschaft wirke zudem mittelfristig als Kurstreiber für den Ausrüster von Tennisass Federer.Von Jahresbeginn bis Mitte März musste die Aktie von Procter & Gamble, dem Mutterhaus von Rasiererhersteller Gillette, heftige Kurseinbussen hinnehmen. Das Wertpapier sackte von 63 auf nur noch 43 Dollar ab. Seither hat sich der Kurs jedoch positiv entwickelt. 45% der Analysten bewerten Procter & Gamble derzeit mit «Kaufen», 55% mit «Halten». Laut den Experten der Credit Suisse verfügt die Aktie über einiges Potenzial. Zwar kämen im Geschäftsjahr 2010 höhere Ausgaben auf das Unternehmen zu, so sollen etwa die Kosten für Marketing, Innovationen und Restrukturierungen ansteigen, dafür könne das Unternehmen die Präsenz in den wichtigen Absatzmärkten der Schwellenländer ausbauen und die Rentabilität steigern. Procter & Gamble sei aufgrund einiger solider Geschäftszweige gegenüber der Konkurrenz mit einem ungerechtfertigten Abschlag ausgestattet, so die Credit Suisse. Auch die Experten der UBS haben kürzlich das Kursziel für die Aktie leicht auf 60 Dollar (aktuell: 52 Dollar) erhöht.

Fragwürdiger Wachstumskurs

Emmi möchte verstärkt in den internationalen Wettbewerb eintreten und in die Top20 der grössten Milchverarbeiter vorstossen. Dafür müsste Emmi mehrere Akquisitionen tätigen. Die Strategie fokussiert darauf, die Abhängigkeit vom gesättigten Schweizer Markt zu reduzieren und weniger unter dem zunehmenden Liberalisierungsdruck zu leiden. Deshalb sollen die Verkäufe im Ausland in den nächsten sechs bis acht Jahren ebenso wichtig werden wie das Geschäft im Heimmarkt. Das Vorhaben erscheint den Analysten der Bank Vontobel als etwas ehrgeizig. Durch eine strikte Kostenkontrolle konnte die Rentabilität von Emmi zuletzt verbessert werden, so die Vontobel-Analysten. Doch die getrübte Konsumentenstimmung werde noch länger auf dem Geschäftsgang lasten. Das unmittelbare Potenzial der Emmi-Aktie bleibt durch das deutliche Jahresplus von 15%, trotz zwischenzeitlicher Ausschläge auf 127 Fr., mittelfristig begrenzt. Vontobel sieht das Kursziel bei 110 Fr. (aktuell: 111 Fr.).

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Splitter mit wenig Fantasie

Der Nennwert der Nationale-Suisse-Aktien wurde Ende Mai im Verhältnis 1:20 aufgeteilt. Statt 8 Fr. beträgt er noch 40 Rp. Damit soll eine verbesserte Handelbarkeit der Wertpapiere gewährleistet werden. Vorerst hat sich das jedoch nicht vorteilhaft auf den Kurs ausgewirkt. Der Valor tendierte zwischenzeitlich gegen 22 Fr., konnte sich zuletzt jedoch wieder auf 24 Fr. hieven.

Das solide Aktionariat von Nationale Suisse, unter anderem mit der Basler Kantonalbank und den Nürnberger Versicherungen, bietet laut der Zürcher Kantonalbank Vorteile. Vor allem auch, da der Versicherer zum Teil mit seinen Aktionären zusammenarbeitet. Da die Aktie unter dem geschätzten Buchwert gehandelt wird, hält man bei Vontobel ein Kursziel von 30 Fr. für angebracht.