Die Schweizer Industrie legt ein fast schon atemberaubendes Wachstumstempo vor: Im 3. Quartal 2007 nahm die Produktion im Vorjahresvergleich 10,7% zu. Auch die beiden Vorquartale verliefen ausgesprochen gut. Damit zeichnet sich für 2007 eine Dynamik ab, die sogar jene im Sonderjahr 2000 übertrifft. Massgeblich daran beteiligt sind die Aktivitäten der Schweizer Unternehmen im Ausland. Im 3. Quartal 2007 konnte die Schweizer Industrie ihre Exporterlöse um über 15% steigern. Die grössten Beiträge dazu lieferten die Chemie und Pharma, die Uhrenindustrie und der Maschinenbau. Das Wachstum im Inland fiel mit 5% etwas weniger spektakulär aus.

Der Bausektor bremst

Die Bestellbücher der Industrie sind voll. Die Auftragseingänge nehmen in vielen Branchen im zweistelligen Prozentbereich zu. Sowohl der Purchasing Managers Index als auch der Credit Suisse Branchenindex signalisieren eine solide Industriekonjunktur. Trotz überaus erfreulicher Entwicklung im Jahr 2007 (+2,5%) wird sich aber das Tempo 2008 in den meisten Branchen beruhigen. Die Gesamtwirtschaft wird sich dem Potenzialwachstum annähern. Real dürfte das Bruttoinlandprodukt 1,9% zulegen. Die Weltwirtschaft verliert an Fahrt – vor allem das globale Zugpferd USA schwächelt. Die geringere Aussenhandelsdynamik dämpft die Perspektiven für stark exportorientierte Industriezweige. Dennoch erwarten wir im Maschinenbau, in der Elektrotechnik und in der Kunststoffindustrie weiterhin eine positive Umsatzentwicklung.

Der Bausektor war bereits 2007 mit einer abnehmenden Investitionstätigkeit konfrontiert. 2008 dürften sich die realen Bauinvestitionen mit –1,3% abermals rückläufig entwickeln. Eine deutliche Abkühlung ist bei den Wohnimmobilien zu erwarten. Die Baubewilligungen für Ein- und Mehrfamilienhäuser sanken im 3. Quartal 2007 zum dritten Mal innert Jahresfrist (–10%). Etwas abgefedert wird die ungünstige Entwicklung im Wohnungsneubau durch die Renovationsarbeiten, die Aktivitäten der öffentlichen Bauherren sowie den Wirtschaftsbau. Die meisten Bauzulieferer wie die Holzindustrie oder die Hersteller von Metallerzeugnissen dürften 2007 klar positiv abschliessen. 2008 weht ihnen jedoch eine steifere Brise entgegen.

Anzeige

Konsum als Konjunkturmotor

Die Schweizer Bevölkerung zeigte sich 2007 unbeeindruckt von den Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten und gab reichlich Geld aus: Für dauerhafte Gebrauchs- und Luxusgüter wie Möbel, Autos oder Uhren ebenso wie für Reisen und Restaurantbesuche. Der private Konsum dürfte sich 2008 mit einem Plus von 1,9% ähnlich stark entwickeln wie 2007 (+2,1%). Die weiter sinkende Arbeitslosigkeit und die steigenden Löhne sollten für ein anhaltend freundliches Konsumklima sorgen.