Vergangene Woche fiel der Euro gegenüber dem Franken unter 1.30 und damit auf einen neuen Tiefstand. Analysten machen die unsicheren Wirtschaftsaussichten, die wieder aufflammenden Sorgen um die Staatsfinanzen einiger Euro-Länder sowie die schwachen Aktienbörsen für die Schwäche des Euro verantwortlich.

Auch der Dollar tendierte gegenüber dem Franken schwach und liegt nur noch 2 Rp. über pari. «Der Franken festigt seinen Status als sicherer Hafen», kommentieren die Analysten von Forex Capital Markets, «und die Interventionen der Schweizer Nationalbank hatten im Frühjahr mehrere Milliarden Franken Verluste gebracht - sie wird in Zukunft wahrscheinlich vorsichtiger agieren.» Entsprechend der Kursreaktion gelten der Franken und Japans Yen als noch sicherer als der Dollar.

Schwankungen absichern

In dieser Lage könne sich der Privatanleger präventiv vor Verlusten schützen, indem er währungsabgesicherte Anlagefonds oder Strukturierte Produkte kaufe, sagt Christian Zurfluh, Leiter Produktmanagement Fonds und strukturierte Produkte bei der Zürcher Kantonalbank. Denn damit haben die Währungsschwankungen keinen Einfluss auf die Performance mehr. Bestehen bereits Fremdwährungsanlagen im Depot, können diese durch die klassischen Instrumente wie Devisentermingeschäfte oder Devisenoptionen abgesichert werden. «Für Retailanleger kommen einzig Devisenoptionen in Frage, da Devisentermingeschäfte ein relativ grosses Mindestvolumen voraussetzen», sagt Zurfluh weiter.

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Solche Produkte sind beliebt. Gemäss den Untersuchungen eines Derivateanbieters in Deutschland kaufen Anleger bei Devisen Call- und Put-Warrants und Long- und Short-Mini-Futures in beide Richtungen etwa gleich stark. Seit Anfang 2009 lagen die Call-Put-Verhältnisse zwischen 70 zu 30% und 30 zu 70%. Im Gegensatz dazu ziehen sich viele Hebelprodukteanleger mit Scheinen auf die gängigen Indizes zurück, wenn die Märkte stark fallen - hier werden selten so hohe Put-Anteile erreicht.

Das gleiche Bild zeigte sich letzte Woche bei den Euro-Franken-Scheinen: Rege gehandelt wurden sowohl Call-Warrants wie CHFHD, CHFUH und CHFMH als auch Mini-Futures in der Long-Version wie MCHFA und MCHFC. Und auch bei Put-Warrants wie EURXA, CHFZZ oder CHFZS sah man etliche Abschlüsse. Ähnlich sah es bei den anderen beiden populären Devisenpaaren Dollar zum Franken sowie Euro zum Dollar aus. Long-Mini-Futures wie MUSDC, MUSDE und MUSDA sind gegenwärtig genauso gefragt wie die Put-Warrants USDSX, USDVR oder USDVT. Auch hier halten sich Calls und Puts die Waage.

Solche Hebelprodukte eignen sich für risikoaffine Anleger, die die Kurse ihrer Papiere auch tagsüber verfolgen können.

Risiko auch bei Kapitalschutz

Weniger gross sind die Risiken - und auch die Chancen - bei Preistrackern, die wie VZCEU den Preis des Euro gegenüber dem Franken nachzeichnen. Die Umsätze sind hier aber bescheiden.

Vergleichsweise populär sind dagegen Kapitalschutzprodukte auf das Währungspaar Euro zum Dollar wie EFAMB, GROIH oder VRUEU. Hier schwanken die Preise deutlich weniger stark als bei den Währungspaaren selber. Deshalb gelten diese Produkte, bei denen je nach Ausgestaltung bei Verfall zwischen 90 und 100% des eingesetzten Betrags zurückbezahlt werden, als sicher. Die Euro-Dollar-Tracker und die beiden Euro-Franken-Tracker sind aber mit einer Ausnahme in Euro denominiert, womit für Anleger in Franken ein Kursrisiko bleibt.

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