Die Gebäudetechnikbranche blieb von den Folgen der Finanzkrise im vergangenen Jahr weitgehend verschont. Dies bestätigen auch die im März 2009 vom Kof publizier-ten Umfrageresultate zur Konjunkturlage Ende 2008 im Bereich Heizung/Klima: Die Gebäudetechnikunternehmen beurteilten ihre Geschäftslage Ende 2008 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007 sogar besser. Ein Grund dafür ist sicher auch der nach wie vor gute Auftragsbestand von rund vier bis fünf Monaten. Allerdings schlägt in der Baubranche ein konjunktureller Abschwung immer später durch. Für den Ausrüstungsbereich wie die Gebäudetechnik gilt dies besonders. Deshalb fällt die Einschätzung der Auftragseingänge relativ pessimistisch aus und widerspiegelt die allgemein erwartete schlechte wirtschaftliche Entwicklung für die kommenden Monate.

Spätestens in der zweiten Hälfte 2009 wird sich auch für die Unternehmer der Gebäudetechnik zeigen, wie stark sich die Folgen der Rezession auf die Branche auswirken werden. Eine verlässliche Prognose ist aber schwierig.

Chancen gibt es auch 2009

Trotz all der schlechten Konjunkturdaten gibt es aber für die Bau- und insbesondere für die Gebäudetechnikbranche auch einige ermutigende Indikatoren. Eine Immobilienkrise wie in den Vereinigten Staaten hat es in der Schweiz nicht gegeben. Die Abschlüsse und die veröffentlichten Prognosen der grossen Immobilienfirmen sind positiv ausgefallen. Auch die Zinskosten sind tief und die Immobilienpreise in der Schweiz nicht überhöht. Den guten Zustand der Immobilienbranche bestätigte auch die Anfang März veröffentlichte Studie der Credit Suisse, die insbesondere dem Wohnungsmarkt auch weiterhin einen gesunden Zustand attestiert. Dies lässt hoffen, dass der Immobilienmarkt in der Schweiz auch 2009 für Aufträge sorgen wird. Im Bereich Tiefbau gibt es genügend Projekte, die im Rahmen der Konjunkturprogramme vorgezogen werden können. Wie schnell diese Infrastruktur-projekte in die Realisierung kommen, ist aber ungewiss. Auch die Energie- und CO2-Einsparprogramme, die insbesondere im Umbaubereich sehr stimulierend wirken können, bieten für die Gebäudetechnik Chancen. Beispielsweise bewilligte die Stiftung Klimarappen im Februar ein Projekt der GSGI zur Modernisierung von Gebäudeautomationsanlagen in bestehenden Bauten. Diese Unterstützung wird nicht nur für Aufträge bei den Anbietern moderner Gebäudeautomation sorgen, sondern wird im Verhältnis zu den Investitionskosten auch einen überdurchschnittlichen Beitrag an die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden leisten und zur Reduktion der CO2-Emissionen im Gebäudebereich beitragen.

Dünnes Polster an Aufträgen

Mit einem guten Start dank gut gefüllter Auftragsbücher und verschiedener Förderprogramme kann die Gebäudetechnikbranche verhalten optimistisch ins Jahr 2009 blicken. Die wirtschaftliche Entwicklung im Verlaufe des Jahres ist aber unsicher. In welchem Umfang die beschlossenen Konjunkturprogramme den Abschwung dämpfen können, wird sich im zweiten Halbjahr und zu Beginn des nächsten Jahres zeigen. Zweifelsohne wird die Gebäudetechnik mittelfristig gerade in Anbetracht der CO2-Thematik eine wichtige Rolle spielen, was für die Unternehmen Potenzial für viele Aufträge bietet. Das Jahr 2010 wird aber vorerst anspruchsvoller, da die Unternehmen mit einem dünneren Polster an Aufträgen als in den vergangenen Jahren starten werden.

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