Dass die Volatilität die tatsächliche und erwartete Schwankungsweise eines Basiswerts einen Einfluss auf die Preise etlicher strukturierter Produkte und Derivate hat, erfahren die Anleger seit September 2008 an ihren eigenen Depots.

Eine von 20 auf 80% explodierte Volatilität des SMI verteuerte die Preise von Warrants und führte zu attraktiven Coupons bei Produkten wie Reverse Convertibles oder Discount-Zertifikaten. In turbulenten Marktphasen steigt die Volatilität, das macht sie zu einem attraktiven Absicherungsinstrument.

Mit Absicherung investieren

Im Devisen- und Rohölhandel wird vor allem «Vola» gehandelt: Tief kaufen und teuer verkaufen heisst hier das Rezept. Eine Weiterentwicklung sind «Buy-Write»-Covered-Call-Strategien. Hierbei wird der Basiswert gekauft und ein Call auf den Basiswert verkauft.

Der Call ist durch den Basiswert gedeckt, deshalb der Wortzusatz «covered». Der Anleger kann während der Laufzeit an weiter steigenden Kursen des Basiswertes partizipieren, bis der Ausübungspreis des Calls erreicht ist, und macht bis zu dieser oberen Grenze die Kursentwicklung mit. Fällt der Basiswert, verfällt auch der Call, der verkauft wurde, aber der Anleger hat die Optionsprämie aus dem Verkauf erhalten und fährt so besser als mit einem reinen Aktienkauf. Weil die Volatilität einen grossen Einfluss auf die Berechnung der Optionsprämie hat, ist diese Strategie vor allem in volatilen Zeiten attraktiv.

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Allerdings funktioniert die Sache schlecht, wenn das Konzept zu starr verwendet wird. So schnitt der EuroStoxx Buy-Write-Index, der diese Strategie abbildet, bei den Kurseinbrüchen zwischen Sommer 2008 und Frühjahr 2009 genauso dürftig ab wie der Basisindex selber. Bei der UBS hat man deshalb einen «Evolution-Buy-Write»-Index auf der Basis des EuroStoxx-50 entwickelt. Bei ihm werden lediglich Optionen mit einer Restlaufzeit von fünf Tagen verkauft, um die Prämien optimal abzuschöpfen. Dann wird täglich jeweils ein Fünftel der Optionen verkauft, um nicht nur von einem einzigen Verkaufszeitpunkt abzuhängen, und die Ausübungspreise werden jeweils optimiert. Mit dem als Index-Tracker EVBWE verbrieften Konzept verspricht sich die UBS eine attraktive Kursentwicklung in unsicheren Phasen.

Die Rückrechnung seit Ende 2002 zeigt, dass dieser Index bei Aufschwüngen mit dem Basiswert steigt, aber den Einbruch von 2008 mit einem Minus von 15% überstanden hat. Sowohl der EuroStoxx-50 als auch der Buy-Write-Index auf diesen Aktienindex hatten die Hälfte des Wertes eingebüsst. Im Oktober 2008 liessen sich die Calls aufgrund der hohen Volatilität mit besonders hohen Prämien verkaufen - und weil diese meist wertlos verfielen, blieben sie im Index. Der jetzt auf den Markt kommende Tracker ist damit eine spannende Alternative.