Bereits das vierte Jahr in Folge hat die Weltwirtschaft mit einer Wachstumsrate von zirka 5% sehr kräftig expandiert. Allerdings sind die Risiken für die Konjunktur im Gefolge der US-Immobilienkrise und der damit zusammenhängenden Turbulenzen an den internationalen Finanz-märkten in den letzten Monaten merklich gestiegen. Es ist damit immer wahrscheinlicher geworden, dass sich die Weltkonjunktur 2008 zumindest vorübergehend beruhigen wird. Ursprung und Kern dieser Verlangsamung liegen in den USA. Dort ist eine Verringerung des Wachstums der Binnennachfrage infolge der nachlassenden Immobilienpreise zu erwarten. Besonders stark dämpfend wirken die Wohnungsbauinvestitionen, die sich bereits im freien Fall befinden.

Privatkonsum stärkt Wachstum

Zwar ist der Schweizer Bankensektor überproportional stark getroffen durch die Zahlungsausfälle im Subprime-Bereich auf dem US-amerikanischen Hypothekarkreditmarkt. Die daraufhin erfolgten hohen Abschreibungen einiger Banken und Rückversicherungsunternehmen sind aber nur teilweise relevant für das Wachstum der Schweizer Wertschöpfung. Generell gilt nämlich, dass Vermögensverluste (wie auch -gewinne) auf finanziellen Anlagen nur im Finanzierungskonto als Wertberichtigungen auftauchen.

Insbesondere der private Konsum und die Exporte haben dafür gesorgt, dass das Schweizer Wachstum im Jahresdurchschnitt 2007 mit 2,9% nur unwesentlich tiefer ausfallen dürfte als 2006 (3,2%). Stammte bereits im vergangenen Jahr die Hälfte dieser Gesamtdynamik aus dem privaten Konsum, wird sich dieses Jahr, trotz kaum höherer Zuwachsraten, sein Anteil auf etwa 75% ausweiten. Die robuste Entwicklung des privaten Konsums ist darauf zurückzuführen, dass der seit Mitte 2003 anhaltende Aufschwung sich inzwischen auch deutlich am Arbeitsmarkt niedergeschlagen hat.

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Gemäss den zur Verfügung stehenden Ergebnissen der KOF-Umfragen bei den Banken und Versicherungen, einigen weiteren Dienstleistungsbranchen sowie im Baugewerbe ist bereits eine nachlassende Dynamik zu erkennen. In den Erwartungsfragen für die nächsten Monate rechnen nun auch mehr und mehr Unternehmen aus anderen Branchen mit einem sich leicht verflachenden Nachfrageanstieg. Die KOF rechnet für 2008 mit einem immer noch über Potenzial liegenden BIP-Anstieg von 2,1%. Die Arbeitslosigkeit sollte damit weiter leicht sinken.

Angesichts der Länge dieses Aufschwungs und des insgesamt schwachen Frankens ist es bemerkenswert, dass die Teuerung so lange tief geblieben ist. Erst in den letzten Monaten stiegen die Teuerungsraten deutlich über 1%. In den ersten Monaten des neuen Jahres sind Werte von vorübergehend sogar über 2% nicht auszuschliessen. Neben dem Ölpreis sind hauptsächlich Sondereffekte wie z.B. die CO2-Abgabe auf Heizöl und die Billettpreiserhöhung der SBB hierfür verantwortlich. Da viele Preise in der Schweiz immer noch über jenen in den umliegenden Ländern liegen, der Wettbewerbsdruck zugenommen hat und die Personenfreizügigkeit weiterhin eine Entlastung für den Arbeitsmarkt darstellt, rechnet die KOF mittelfristig mit Teuerungsraten in einem komfortablen Bereich um 1%.