Den Call SMUZE hätte man am 13. März 2009 für 1.50 Fr. kaufen müssen. Oder auch für 1.60 Fr. Und auch wenige Tage später war der Preis mit 2 Fr. attraktiv, trotz des Kursanstiegs von einem Drittel innert weniger Tage. Denn aktuell kostet der bis Dezember 2010 laufende Call 5 Fr.

Anleger, die Nervenstärke bewiesen, fuhren mit solchen Hebelprodukten noch besser als die Besitzer von Indexprodukten wie die liquiden Index-Tracker SMIIT oder SMINI. Diese machten die Preisbewegung des Index eins zu eins mit. Anleger, die vor einem Jahr zu Garantieprodukten griffen und so auf Nummer sicher gehen wollten, sahen beispielsweise beim Garantieprodukt VQSMX einen Anstieg von 6%. Ende Oktober 2013 erhalten Anleger hier das eingesetzte Geld zu 100% zurück.

Viele Calls auf SMI-Einzelwerte

Die Sicherheit hat ihren Preis, gerade auch bei Derivaten. Ob und wie stark sich die liquiditätsgetriebene Erholung fortsetzt und wie reibungslos der Übergang zu einer gewinnbasierten Kursentwicklung gelingt, ist offen. Bei der letzten Erholungsphase im Jahr 2003 folgte ein Jahr mit einer engen Seitwärtsbewegung. Der SMI blieb damals in einer engen Spanne zwischen 5250 und 6000 Indexpunkten. Allerdings glitt 2004 der VSMI, der die Volatilität der SMI-Indexoptionen abbildet, von 15% zu Jahresbeginn auf 10% bei Jahresende zurück. Eine niedrige Volatilität bei einem Index treibt die Trader, die auf ganz kurzfristige Auf- und Abwärtstrends setzen, aus den Indexprodukten heraus und in die volatileren Scheine auf Einzelaktien. Das zeigt sich auch jetzt wieder: Unter den Top 20 der volatilitätssensitiven Warrants befinden sich laut der Statistik von Derivative Partners aktuell ausschliesslich Calls auf Einzelwerte wie UBSJB oder UBSJO (auf UBS), ROXDB bzw. ROGJD (auf Roche GS), ZURDC oder ZURDE (auf Zurich N) und NESZZ und NESKD (auf die Nestlé-Aktien).

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Bei SMI-Hebelprodukten findet der Handel aktuell bei Mini-Futures wie MSMIT, MSMIL oder MFSML statt. Diese Produkte reagieren praktisch nicht auf Volatilitätsschwankungen. Dass diese meistgehandelten Produkte alle «Short»-Varianten der Mini-Futures sind, zeigt einen gewissen Absicherungsbedarf - oder die Skepsis der Derivateanleger über die weitere Entwicklung am Schweizer Aktienmarkt. Die SMI-«Bullen» sind bei Knock-out-Calls wie KSMIM, KSMIN oder TSMID engagiert. Diese kamen in den letzten Handelstagen auf Millionenumsätze. Allerdings müssen Anleger hier die Barrieren genau beobachten. Werden diese touchiert, verfällt der Schein. Das Risiko-Rating des Schweizerischen Verbandes für Strukturierte Produkte (SVSP) steht hier mit einer «6» auf der höchsten Stufe. Anleger können das Risiko etwas steuern, indem sie Calls mit tieferen Ausübungspreisen und längeren Laufzeiten wählen wie beispielsweise die Scheine SMIHC oder SMUZA. Prinzipiell gilt das auch für Puts mit umgekehrten Vorzeichen.

Konservative verpassten Hausse

Aber kaum ein risikofähiger und erfahrener Anleger kauft Hebelprodukte, um «sicher» zu investieren. Kapitalschutzprodukte mit 100%-Schutz bewegen sich kaum. Etwas mehr Potenzial haben Produkte, die nur einen Schutz von 90% bieten wie EFGQS oder VUSMV. Solche Produkte haben das SVSP-Rating 2 und sind damit «sicherer» als Aktien oder Aktienindizes wie der SMI.

Der Blick zurück zeigte indes, dass sich die Verhältnisse während Wirtschaftserholungen stark verändern. So war 2005 wieder ein starkes Aktienjahr. Der SMI schoss damals von 5700 auf 7700 Punkte empor. Sehr konservativ ausgerichtete Portefeuilles hatten kaum etwas von dieser Hausse.