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Verlust
Vor US-Arbeitsmarktbericht: SMI tiefrot

Schweizer Börse: Gewinnmitnahmen belasten den SMI. Keystone

Der Schweizer Leitindex SMI weitete seine Verluste zum Mittag aus. Neben China sorgt die US-Zinspolitik für Nervosität. Gespannt warten die Händler auf den US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag.

Veröffentlicht am 04.09.2015

Abgaben auf breiter Front haben am Freitag das Geschehen an der Schweizer Börse geprägt. Die Anleger wollten angesichts der volatilen Märkte vor den am Nachmittag erwarteten US-Arbeitsmarktdaten keine Risiken eingehen und strichen kurzfristig erzielte Gewinne ein.

Der SMI notierte um 1,6 Prozent tiefer mit 8638 Punkten. Am Vortag war der Leitindex um 1,7 Prozent gestiegen.

US-Zinspolitik sorgt für Verunsicherung

Neben der Angst vor einer Abschwächung der chinesischen Wirtschaft beschäftigt auch die Verunsicherung über die Zinsentwicklung in den USA die Marktteilnehmer.

Die US-Notenbank macht eine Straffung der Geldpolitik stark von der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt abhängig. Daher gilt den Jobdaten grösste Aufmerksamkeit. Die Zahlen werden um 14:30 Uhr veröffentlicht. Ökonomen erwarten ein Plus von 220.000 neu geschaffenen Stellen ausserhalb der Landwirtschaft.

Am Montag bleiben die US-Börsen ausserdem wegen des Labor Day-Feiertags geschlossen.

Swisscom fester

Von den 20 Standardwerten im SMI notierten einzig die Aktien von Swisscom etwas fester. Händler verwiesen darauf, dass die Fondsgesellschaft BlackRock gemäss Schweizer Börse eine Beteiligung von drei Prozent an dem Telekomkonzern aufgebaut hat.

Mit Einbussen von rund einem Prozent hielten sich die als krisenresistent geltenden Pharmariesen besser als der Markt. Novartis und Roche warteten mit positiven Nachrichten über Krebsmedikamente auf. In Europa ist Farydak, ein von Novartis entwickeltes Medikament gegen Knochenmark-Krebs, zugelassen worden. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat dem Prüfmedikament ACE910 bei Hämophilie von Roche Sonderstatus gewährt. Nestle, ein weiteres defensives Schwergewicht, sank ebenfalls um ein Prozent.

Zykliker unter Druck

Die Aktien von Cosmo stiegen um 3,5 Prozent. SIC 8000, ein Präparat der Pharmafirma zur Unterstützung von Darmoperationen, ist in den USA zugelassen worden. Cosmo peilt einen Verkaufsstart in Amerika Anfang kommenden Jahres an. Bis dahin soll auch die EU-Zulassung vorliegen, so dass der Marktstart in Europa zeitgleich erfolgen könnte.

Unter Abgabedruck standen Anteile zyklischer Firmen. Syngenta verloren nach anfänglichen Gewinnen 1,5 Prozent. Das Management des Pflanzenschutz- und Düngemittelherstellers steht nach der gescheiterten Übernahme durch den Rivalen Monsanto stark unter Druck. Am Vortag kündigte der Weltmarktführer den Verkauf des globalen Gemüsesaatgut-Geschäfts und einen Milliardenschweren Aktienrückkauf an.

Gategroup gesucht

Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB, Adecco, des Zementkonzerns LafargeHolcim und des Personalvermittlers Adecco büssten mehr als zwei Prozent ein.

Die Anteile von Richemont verloren zwei und die von Swatch 1,2 Prozent. Goldman Sachs hat in einer Studie über den Luxusgütersektor das Kursziel für die Aktien der beiden Uhrenhersteller gesenkt.

Die Aktien der Grossbank Credit Suisse sanken um 1,5 und die der UBS büssten zwei Prozent ein.

Am breiten Markt stiegen Gategroup um 3,6 Prozent. Die Aktie der Catering-Firma war am Vortag nach der Veröffentlichung des Halbjahresergebnisses unter Druck geraten.

Die Aktien von u-blox sanken um 0,9 Prozent. Der GPS-Chip-Hersteller legte einen Halbjahresabschluss vor, der nicht ganz den Erwartungen entsprochen habe, hiess es im Markt

(reuters/dbe/hon)

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