Die Auswahl schweizerischer Technologieaktien ist dünn, und die einstigen Start-up-Sterne und -Sternchen fristen heute meist ein Schattendasein. Mit Day konnte jedoch in diesem Jahr einer der gefallenen Helden ein beachtliches Comeback geben.

Die Aktie des Basler Software-unternehmens hat seit Jahresbeginn über 200% zugelegt. Day notierte vor dem Platzen der Dot-com-Blase bei 780 Fr. Nun wagt sich der Valor wieder bis auf 40 Fr. vor. Day stellt mit Web Content Management Softwareprodukte her, die heute unverzichtbar sind, wenn eine Firma einen modernen Web-Auftritt plant. Allerdings gibt es hier einige Konkurrenten, die breiter aufgestellt und ungleich grösser sind. Deshalb prägen einzelne Grossaufträge das Bild: Alleine im 2. Quartal kamen 18 neue Kunden hinzu, darunter General Motors, die US Army oder Sika. Der Umsatz konnte so in der 1. Jahreshälfte um 33% ausgeweitet werden. Mit 1,1 Mio Fr. wurde die Gewinnschwelle überschritten. Day würde zudem gut in das Portefeuille einiger grosser Infrastrukturhersteller passen - und dann dürfte der Preis noch etwas steigen. Fundamental sind die Kursfortschritte jedoch kaum gerechtfertigt.

Myriad enttäuscht weiterhin

Am Mittwoch, 23. September, drängt ein weiterer Dotcom-Veteran ins Rampenlicht: Myriad, ehemals Esmertec, informiert über die 1.-Halbjahres-Zahlen. Ein Vertragsabschluss mit einer Tochter von T-Mobile regte vor kurzem die Kursfantasien an. Doch ist der Titel mit starken Risiken behaftet. Im 1. Quartal entstammten 48% des Umsatzes aus dem Geschäft mit dem französischen Handyhersteller Sagem. Daran wird sich so schnell kaum etwas ändern, auch wenn Myriad vor kurzem mit Xumii einen Anbieter von mobilen sozialen Netzwerken übernommen hat und neue Geschäftsmodelle sucht. Der mehrfache Managementwechsel kann die grundlegenden Probleme nicht beseitigen: Handysoftware im grossen Stil zu verkaufen ist sehr anspruchsvoll, wenn nicht grosse Unternehmen wie Nokia oder Apple als Kunden gewonnen werden können und die Infrastruktursoftware von Konkurrenten umsonst abgegeben wird. Die durch Zukäufe vorgenommene Erweiterung in Richtung Netzbetreiber hat zwar die Umsätze etwas stabilisiert, aber auch hier bleibt die Abhängigkeit von wenigen Schlüsselkunden. Die einst vielversprechende Aktie zählt zu den Enttäuschungen im schweizerischen Technologiesektor und hat seit 2006 75% an Wert verloren.

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Das Management zeigte sich zuletzt zuversichtlich, das hochgesteckte Umsatzziel von 125 Mio Dollar zu erreichen. Im 1. Quartal waren 29,7 Mio Dollar Umsatz erzielt worden, wobei auf die «alte» Esmertec rund ein Drittel entfiel. Wenn das Synergiepotenzial von 13 Mio Dollar erreicht wird, könnte Myriad im laufenden Jahr knapp in die Gewinnzone vorstossen. Die Börse zweifelt indes - seit Mai ist der Kurs um ein Viertel eingebrochen. Vorsicht ist also auch hier weiterhin geboten.

Wenig Potenzial bei Crealogix

Der Zürcher Softwaredienst-leister Crealogix informiert am Freitag, 2. Oktober, über die Geschäftszahlen des vergangenen Jahres. Seit Jahresbeginn hat die Aktie über 8% verloren und notiert derzeit bei 60 Fr. Das Unternehmen weist zwei unterschiedliche Bereiche auf: Eine florierende E-Banking-Sparte sowie ein stagnierendes ERP-Geschäft. Firmen organisieren und verwalten mit ERP ihre zentralen Geschäftsdaten. Wenn man die Geschäftsergebnisse der grossen ERP-Anbieter in der Schweiz für dieses Jahr vergleicht, dürfte bestenfalls ein stagnierender Geschäftsgang gemeldet werden. Das E-Banking hingegen profitiert von der Nachfrage von Kantonal- und Regionalbanken, die ihre Plattformen (auch) aufgrund vieler Neukunden ausbauen. Im Vorjahr war noch ein Reinverlust von 2,7 Mio Fr. verzeichnet worden. Für dieses Jahr liegt ein Umsatz um 60 Mio Fr. und ein Reingewinn von 1 bis 2 Mio Fr. drin.