Als das Pensionskassenobligatorium 1985 eingeführt wurde, erhielt man für das angesparte Vermögen noch eine garantierte Verzinsung von 4 Prozent. Die Zeiten sind vorbei. So sind die Zinsen für 10-jährige Obligationen der Eidgenossenschaft innert vier Jahren von 3 auf unter 1 Prozent gesunken. Unter Druck steht das Pensionskassensystem aber auch aufgrund der demografischen Entwicklung. Ein immer kleiner werdender Anteil Erwerbstätiger finanziert heute und in Zukunft eine wachsende Zahl Pensionierter. Schon heute zahlen die Aktiven 30 bis 40 Prozent an die Renten jedes Neurentners.

Um den gewohnten Lebensstandard nach der Pensionierung beizubehalten, reicht die obligatorische Vorsorge heute nicht mehr. Mit der 1. und 2. Säule decken wir nur noch 60 bis 70 Prozent des früheren Einkommens ab. Die sich damit öffnende Einkommenslücke lässt sich durch rechtzeitige Planung mindestens teilweise schliessen, indem man das steuerlich abzugsfähige Einkaufspotenzial der 2. Säule nutzt sowie regelmässig und rechtzeitig in die steuervergünstigte Säule 3a einzahlt. Während die einen problemlos ein paar hundert Franken im Monat zur Seite legen können, bleibt anderen am Ende des Monats nur sehr wenig übrig. Die Erfahrung zeigt aber, dass es fast in jedem Haushalt sinnvolle Sparmöglichkeiten gibt. Die UBS bietet im Internet einen speziellen Budgetplaner an, mit dem sich ein mögliches Spar­potenzial ausloten lässt.

In einem nächsten Schritt geht es darum, die Einkommenslücke bei Aufgabe der Erwerbstätigkeit zu berechnen und darauf das Sparziel festzulegen. Die Einkommenslücke errechnet sich aus der Differenz zwischen den Ausgaben bei Pensionierung und dem zukünftigen Einkommen aus der 1. und 2. Säule. Aufschluss darüber geben zum Beispiel AHV-Zweigstellen und der Pensionskassenausweis. Multipliziert man diese Differenz mit dem Faktor 20, ergibt sich der ungefähre Betrag, der bis zum Pensionierungszeitpunkt zusätzlich angespart werden sollte.

Anzeige

Langfristig und individuell planen

Die im Einzelfall passende Lösung ist abhängig von der persönlichen Situation und den finanziellen Möglichkeiten. Wer beim ersten unvorhergesehenen Ereignis auf Spareinlagen zurückgreifen muss, ist mit einem herkömmlichen Spar- oder Fondskonto gut beraten. Die gebundene Vorsorgelösung der Säule 3a eignet sich für Sparer mit etwas finanziellem Spielraum. Wer den maximalen Betrag von 6682 Franken in die Säule 3a einzahlt, ist zudem mit zwei 3a-Konti besser bedient. So kann man sich später die Kapitalbezüge aufteilen und so vermeiden, dass man plötzlich in eine höhere Einkommens­klasse rutscht und mehr Steuern zahlt.

Heutige 3.-Säule-Produkte werden auch in Kombination mit einem Wertschriften-Fonds angeboten. Längerfristig ist das damit verbundene Renditepoten­zial zwar grösser, setzt aber eine entsprechende Risikobereitschaft und -fähigkeit voraus. Ein Vorteil ist, dass die Wertschriften nicht zwangsweise zum Zeitpunkt der Pensionierung verkauft werden müssen. Bei Erreichen des Rentenalters können die Positionen kostenlos ins Wertschriften­depot transferiert und zum richtigen Zeitpunkt liquidiert werden. So oder so gilt: Ein Gespräch mit dem Bankberater hilft, das Thema Vorsorge richtig anzugehen.