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Wahl steigert Interesse an Franken-Obligationen

Angela Merkel: Komplexe Koalitionsverhandlungen lassen Anleger vorsichtig werden. Keystone

Die Bundestagswahl in Deutschland hat verunsicherte Anleger zu Obligationen in Franken greifen lassen. Der Blick richtet sich vor allem auf die Zukunft der europäischen Integration.

Veröffentlicht am 25.09.2017

Franken-Obligationen sind am Montag bei den Anlegern wieder höher im Kurs gestanden. Die Aussicht auf eine zähe Regierungsbildung im wichtigsten Schweizer Exportmarkt Deutschland verunsichere die Anleger ein wenig, sagten Händler.

Bundeskanzlerin Angela Merkel habe die Wahlen zwar gewonnen, aber trotzdem erhebliche Verluste eingefahren. Es sei nicht klar, mit wem die CDU/CSU, die zwar als stärkste Partei aus den Wahlen hervorgegangen ist, eine Regierung bilden werde.

Europäische Integration im Fokus

Zunächst werde sich Deutschland mit sich selbst beschäftigen, sagte Wolfgang Kuhn, Chef des Bereichs Pan European Fixed Income bei Aberdeen Standard Investments. Er rechnet mit einer Stärkung des Status deutscher Bundesanleihen als sicheren Hafen zulasten der europäischen Peripherieländer.

Aus Sicht der Finanzmärkte stehe nach der Bundestagswahl im Fokus, wie es mit der europäischen Integration weitergehe, hiess es im «Financial Market Monitor» der Bantleon Bank. «Bis eine gemeinsame Marschrichtung formuliert werden kann, wird mithin einige Zeit vergehen.» Eine Schwächung der Eurozone sieht Bantleon aber nicht.

Die Rendite der zehnjährigen Referenzanleihe der Eidgenossenschaft sank auf minus 0,061 von minus 0,036 Prozent am Freitag. Der Dezember-Kontrakt des Zins-Futures Conf stieg um 43 Basispunkte auf 161,12 Prozent. Gefragt waren laut Händlern unter anderem die Papiere von Topschuldnern wie der Eidgenossenschaft und der Pfandbriefinstitute.

Aryzta-Anleihen unter Druck

Gut aufgenommen wurde eine Anleihe der Münchener Hypothekenbank, die sich 160 Millionen Franken für sieben Jahre holte. Der Coupon wurde mit 0,3 Prozent festgelegt und die Rendite wurde mit 0,3 Prozent genannt. «Ein neuer Name und angesichts des 'A1'-Ratings auch ein guter Schuldner, da machen die Anleger gerne mit», sagte ein Händler.

Auf Interesse stiess zudem die Cooperativa Del Personal de la Universidad de Chile. Die Anbieterin verschiedener Finanzdienstleistungen will eine dreijährige Anleihe auflegen. Der Coupon wurde mit 0,625 Prozent angegeben. Der Emissionsbetrag ist laut Händlern offen.

Unter Druck standen die beiden hybriden Anleihen von Aryzta, die 3,5 Prozent Anleihe 2014/2099 über 190 Millionen Franken und die 4,0 Prozent Obligation 2013/2099 über 400 Millionen Franken. Die Papiere haben keine bestimmte Laufzeit und werden dem Eigenkapital angerechnet. Sie büssten 6,1 und 4,2 Prozent ein. Nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Geschäftsjahr und der Kürzung der Dividende befürchteten die Anleger, die Coupon-Zahlungen könnten verschoben werden. Der Tiefkühlbackwarenhersteller hat im Geschäftsjahr 2016/17 unter anderem wegen Goodwill-Abschreibungen einen Gewinneinbruch um 42,5 Prozent verbucht.

(reuters/me)

 

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