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  3. Bitcoin-Debüt an Optionbörse CBOE in Chicago: Webseite überlastet

Währung
Börsendebüt des Bitcoin legt Webseite lahm

Die Chicagoer Börse CBOE hat in der Nacht auf Montag den ersten Bitcoin-Future in den Handel gebracht.Quelle: Keystone

Die Chicagoer Optionsbörse CBOE bietet erstmals Terminkontrakte für Bitcoin an. Wegen des Rummels war die Webseite überlastet – das Debüt ist aber geglückt.

Der Terminkontrakt auf die Internetwährung Bitcoin hat an der US-Derivatebörse CBOE in Chicago in der Nacht zu Montag sein Debüt gefeiert. In den ersten Minuten nach Handelsbeginn wurden rund 150 Transaktionen abgeschlossen, wie Futures-Manager Bob Fitzsimmons der Nachrichtenagentur AFP sagte. Es sei aber ruhig geblieben, sagte er.

Der Kurs lag zu Beginn bei 15'000 Dollar, stieg dann kurzzeitig auf 16'600 Dollar und lag nach 20 Minuten bei 15'940 Dollar. Terminkontrakte sind ein Finanzprodukt, mit dem Investoren auf steigende und fallende Kurse der Währung setzen können. Mit Future-Kontrakten werden Rohstoffe oder Finanzprodukte zu einem vorab festgelegten Preis zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt gehandelt. Dadurch können sich Käufer und Verkäufer gegen Preisschwankungen absichern. Es sind aber auch Spekulationen auf Kursentwicklungen möglich - und damit auch auf einen Wertverfall.

Website überlastet

Zu Beginn des Handels war die CBOE-Website zusammen gebrochen. Aufgrund der starken Besucherzahlen sei die Seite langsam oder vorübergehend nicht erreichbar, teilte die Börse in einer Erklärung mit. Der Handel der Futures sei aber nicht gestört worden.

Der Kurs des Bitcoin hatte zuletzt stark zugelegt. Mitte Oktober übersprang der Bitcoin die Marke von 5000 Dollar, vergangene Woche riss er kurz sogar die 17'000-Dollar-Marke. Der Anstieg wird vor allem durch die Ankündigung der renommierten Chicagoer Terminbörse Mercantile Exchange ( CME) befeuert, ab dem 18. Dezember Terminkontrakte für Bitcoins anzubieten.

Wirtschaftsweise warnt vor Blase

Kurz vor der Einführung hat die deutsche Wirtschaftsweise Isabel Schnabel vor den Risiken für das gesamte Finanzsystem gewarnt. Die Preisentwicklung der Bitcoins erinnere an die grossen Blasen der Wirtschaftsgeschichte, sagte Schnabel der Zeitung «Welt am Sonntag».

Solange die Spekulationen um den Kurs der Kryptowährung mit Eigenkapital finanziert seien, verlören die Investoren im Falle eines Crashs zwar viel Geld - «die Ansteckungsgefahren dürften aber begrenzt sein», sagte Schnabel

Problematischer werde es, wenn die Vermögenswerte auf Kredit gekauft würden, was bei Bitcoins zunehmend der Fall zu sein scheine. «Dann könnte ein Preisverfall das gesamte Finanzsystem in Mitleidenschaft ziehen.»

Unregulierter Markt

Sorge bereitet Schnabel vor allem, dass der Bitcoin-Markt noch weitgehend unreguliert ist. Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass es wegen operationeller Risiken zu einem Crash kommen könne. 

Die Einführung von Terminkontrakten auf den Bitcoin dürfte die Spekulationen weiter anheizen, warnte die Wirtschaftswissenschaftlerin. Sie gehört seit 2014 dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung an.

(sda/reuters/tdr/me)

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