Wenn das 2. Halbjahr 2007 etwas gezeigt hat, dann dass die Wall Street keinen guten Katastrophenplan entwickelt hatte. 2008 könnte vieles gut laufen – wenn man jedoch in Betracht zieht, was 2007 passiert ist, sollte man die Risiken nicht ausser Acht lassen. Hier die meistgenannten:

RezessionDas deutlichste Risiko für die Finanzmärkte wäre eine Rezession in den USA. Aktuelle Zahlen deuten zwar nicht darauf hin, die Konsumentenausgaben im November waren sogar überraschend erfreulich. Aber ein weiterer Abfall bei den Hauspreisen oder ein Abflachen des Beschäftigungswachstums könnte die Verbraucher stark strapazieren. Die Inflationszahlen steigen an, das heisst, die Fed ist nicht in der Lage, die Zinsen drastisch zu senken. Für pessimistisch eingestellte Anleger eignen sich inflationsgeschützte Staatsanleihen, obwohl man damit nicht reich wird.

BlasenLaut dem Investment Company Institute flossen zwischen Anfang 2006 und Oktober 2007 ausländischen Aktienfonds fast 273 Mrd Dollar zu. US-Fonds verzeichneten im selben Zeitraum einen Nettoabfluss von 9,77 Mrd Dollar. Die MSCI-Barra-Indizes für Indien und China schossen 2007 um rund 60% in die Höhe. Die annualisierten Fünfjahresgewinne bewegen sich für beide Länder um 40%. Das KGV des Shanghai Composite liegt bei 46,4, das des indischen Sensex bei 26,4. Das ist der höchste und dritthöchste Wert der 22 grössten Aktienmärkte. «Wenn ich mir Chinas oder Indiens Aktienmarkt ansehe, gibt es dort meiner Meinung nach alle Kennzeichen für eine Blase», sagt Jason Trennerz, Chief Investment Strategist bei Strategas Research Partners. «Das heisst zwar nicht, dass es nicht auch so weitergehen könnte, aber für mich ist das Risiko zu hoch.»

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Wenn ein Sektor arg gebeutelt wurde, ist es verlockend, dort aufgrund von niedrigen Aktiennotierungen einzusteigen. Aber Aktien können lange niedrig notieren oder noch weiter fallen. Das passierte nach der Blase bei Technologieaktien 2001 und könnte 2008 auch auf Finanztitel zutreffen.

AgflationDabei handelt es sich um eine Inflation, die von der globalen Landwirtschaft ausgeht. Die Notierungen der meisten Rohstoffe sind seit ihren Höchstständen wieder gefallen – nicht jedoch die von landwirtschaftlichen Produkten. Trockenperioden in den USA und Australien haben zu Preiserhöhungen bei Mais und Weizen geführt. Die stetige Zunahme von Einkommen weltweit wird die Nachfrage nach Geflügel und Fleisch erhöhen. Diese Lage wird verschärft durch das wachsende Interesse an Ethanol als Treibstoff. Das ist gut für Rohstoffinvestoren, aber schlecht für Konsumenten und Lebensmittelkonzerne. Im November waren Lebensmittel um 4,8% teurer als im Vorjahr.