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Wall Street leidet unter dem Brexit-Kater

Enttäuschter Wall-Street-Banker: Der Montag war wieder tiefrot. Keystone

Die US-Börsen haben am Montag wieder klar tiefer geschlossen. Besonders belastend ist die Aussicht auf eine längere Phase der Unsicherheit. Banken und Tourismusfirmen trifft es am härtesten.

Veröffentlicht am 28.06.2016

Auch an der Wall Street hält der Kater nach dem Brexit-Votum an. Wie bereits die Börsen in Europa notierten am Montag die US-Aktienmärkte mit Kursverlusten. Als belastend werteten Markteilnehmer die Aussicht auf eine lange Periode der Unsicherheit. Denn nun müsse ausgehandelt werden, wann und unter welchen Bedingungen Grossbritannien die Europäische Union verlässt. «Es gibt eine Vertrauenskrise an den Märkten», sagte Todd Morgan, Verwaltungsratsvorsitzender des Anlageberaters Bel Air Investment Advisors. «Aber es gibt eine Menge Geld, das herumliegt, und die Zinsen sind niedrig. Die Welt wird überleben.»

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,5 Prozent tiefer auf 17'140 Punkten. Der breiter gefasste S&P gab um 1,8 Prozent auf 2001 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,4 Prozent auf 4594 Zähler.

Banken und Touristikunternehmen

Unter Druck standen auch in New York vor allem die Aktien von Banken und Touristikunternehmen, die als Brexit-Verlierer gelten. Citigroup büssten 4,5 Prozent ein, Bank of America 6,3 Prozent und JPMorgan 3,3 Prozent. Der Sektor habe schon vor dem Referendum extrem unter Druck gestanden, sagte Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. «Nun kommt die Neuordnung eines der wichtigsten Finanzplätze der Welt als zusätzliches Problem hinzu.» Der Börsenwert des Kreuzfahrt-Anbieters Carnival sackte um mehr als vier Prozent ab.

Die Aktienbörsen in Europa setzten ihre Talfahrt fort, das Pfund Sterling brach auf ein frisches 31-Jahres-Tief ein. «Die ungewisse Lage schreckt Investoren ab», sagte Niall Delventhal vom Brokerhaus FXCM. Dass sich zudem Grossbritannien mit dem Austritt Zeit lassen wolle, habe einen faden Beigeschmack. Premierminister David Cameron bekräftigte vor dem Unterhaus in London, der Zeitpunkt liege alleine im Ermessen Grossbritanniens.

Börsenkater auch in Europa

Der deutsche Leitindex Dax schloss drei Prozent schwächer auf 9268,66 Punkten, der EuroStoxx50 fiel um 2,8 Prozent. Der SMI stand zum Schluss etwa 2 Prozent im Minus. Der britische Footsie verlor mit 2,6 Prozent etwas weniger als die europäischen Indizes, da die Aktien von Goldminenkonzernen wie Randgold und Fresnillo angesichts des Anstiegs des Goldpreises hoch im Kurs standen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,31 Milliarden Aktien den Besitzer. 585 Werte legten zu, 2485 gaben nach und 78 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,63 Milliarden Aktien 429 im Plus, 2467 im Minus und 108 unverändert.

(reuters/gku)

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