Die Rekordjagd an der Wall Street geht weiter: Der Dow Jones Index der Standardwerte legt in nicht einmal einer Stunde mehr als 100 Punkte zu auf 20.123,65 Zähler. Der Nasdaq Composite klettert um 0,2 Prozent auf eine neue Bestmarke von 5669,61 Punkten. Der S&P 500 legt 0,1 Prozent auf 2300,99 Punkte zu, ebenfalls ein Rekordwert.

Der Kursrekord an der Wall Street sorgte auch im Schweizer SMI für gute Laune unter den Anlegern. Ausserdem gaben die Kursgewinne der Pharmawerte der Schweizer Börse Auftrieb. Massgeblich geschuldet war der Anstieg dem Kurssprung der Actelion-Aktien von rund einem

40 Zähler gingen auf das Konto von Actelion

Der SMI legte 0,5 Prozent auf 8433 Punkte zu. Am Mittwoch hatte der SMI 1,7 Prozent gewonnen. Von den 45 Zählern, um die der Leitindex stieg, waren rund 40 Zähler Actelion geschuldet.

Am Mittwoch war der amerikanische Leitindex Dow Jones erstmals über die 20.000-Punkte-Marke gesprungen und hatte am Donnerstag im frühen US-Geschäft weiter zugelegt.

280 Franken pro Aktie

Der Pharma- und Konsumgüterriese Johnson & Johnson will für Actelion 280 Franken in bar je Aktie auf den Tisch legen. Die Offerte entspricht einer Prämie von 23 Prozent im Vergleich zum letzten Börsenkurs. Der Titel gewann am Donnerstag 20 Prozent auf 272 Franken.

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Zusätzlich profitierte der Markt von Käufen in den beiden Pharmaschwergewichten Novartis und Roche, die um jeweils ein Prozent höher gehandelt wurden. Händler sprachen bei Novartis von Anschlusskäufen. Novartis hatte am Vortag nach einem wie erwarteten Geschäftsabschluss 2016 die Anleger mit einer höheren Dividende und einem Aktienrückkaufprogramm erfreut. Roche wird seinen Jahresbericht kommende Woche vorlegen.

Nestlé mit Einbussen

Die Anteile von Basilea bauten die Gewinne auf fast fünf Prozent aus. «Basilea zählt wie Actelion zu den Firmen, um die sich seit Jahren Übernahmespekulationen ranken», sagte ein Händler.

Die Papiere des Aromen- und Riechstoffkonzern Givaudan verloren 1,5 Prozent. Die Aktien von Nestlé büssten gut ein Prozent ein. Nestlé-Konkurrent Unilever, dessen Aktien um fünf Prozent einbrachen, hatte beim Umsatz die Erwartungen der Analysten verfehlt und sich zurückhaltend zu 2017 geäussert.

Die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch schwächten sich um 0,6 und 0,3 Prozent ab. Die Uhrenexporte im Dezember gingen zwar erneut zurück. Aber der Rückgang verlangsamte sich. Die Uhrenexporte gingen im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat nominal um 4,6 Prozent auf 1,66 Milliarden Franken zurück. «Der Rückgang war das ganze Jahr über markant, aber die Talsohle dürfte überwunden sein«, hiess es in einer Mitteilung des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie. Die vorliegenden Daten deuteten darauf hin, dass sich das Ergebnis 2017 stabilisieren werde. Mit Spannung fieberten die Anleger dem Jahresbericht von Swatch entgegen, der anfangs Februar erwartet wird.

ABB und Adecco im Plus

Die Aktien der zyklischen Firmen tendierten meist freundlich. ABB, Clariant, Lonza und Adecco legten zu. LafargeHolcim konsolidierten den Vortagesgewinn. Syngenta fielen um 0,8 Prozent.

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Die Anteile der Banken rutschten im späteren Handel in die Verlustzone. UBS sanken am Tag vor dem Jahresabschluss um 0,6 Prozent. Credit Suisse ermässigten sich um 0,2 Prozent. Julius Bär aber waren um 0,6 Prozent im Plus. Am breiten Markt legten die Aktien von Meyer Burger fünf Prozent zu. Der Solarzulieferer hat von zwei asiatischen Kunden Ausrüstungsaufträge im Wert von rund 18 Millionen Franken erhalten. «Das Geschäft zieht an», sagte ein Händler. Starrag schnellten zehn Prozent hoch. Der Maschinenbauer hat 2016 einen rekordhohen Auftragseingang verbucht.

Die Aktien von Sunrise legten vier Prozent zu. Der von Sunrise erwogene Teilverkauf der Telecom-Towers könnte der Firma rund 500 Millionen Franken einbringen und den Weg für eine Sonderausschüttung an die Aktionäre ebnen, erklärten Analysten.  Gewinnmitnahmen belasteten die Aktien von Hochdorf mit drei Prozent. Der Milchverarbeiter, dessen Aktien sich 2016 fast verdoppelt hatten, hat einen stabilen Umsatz von 550 Millionen Franken verbucht. Schindler fielen zwei Prozent. Baader Helvea senkte die Empfehlung für den Lifthersteller auf «Hold» von «Buy».

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(reuters/me)