Am Mittwoch, 15. Juli, publiziert der Warenprüfkonzern Société de Surveillance (SGS) seine Halbjahreszahlen 2009. Erklärtes Ziel des Genfer Unternehmens ist es, trotz der Rezession organisch zu wachsen und die Margen zu halten. Die Chancen dazu stehen gut, da SGS in einem Bereich agiert, der krisenresistenter und weniger zyklisch ist als andere. Dies bestätigt auch Markus Bächtold, Leiter Equity Research bei Clariden Leu. Er gibt aber zu bedenken, dass die Zyklizität schwer abzuschätzen ist. Bei SGS beinhalte vor allem die Sparte Minerals, die etwa 15% der Geschäftstätigkeit ausmacht, eine starke zyklische Komponente. Dennoch erwartet Bächtold ein einstelliges Umsatzwachstum, denn der mittel- und langfristige Branchentrend weise in Richtung verstärkter Regulierung und vermehrten Einsatzes von Nachhaltigkeitsberichten. Letztere werden für die Reputation von Unternehmen immer wichtiger. Aufgrund der genannten Aspekte und einer starken Bilanz des Genfer Unternehmens rät Bächtold zum «Kaufen» der SGS-Aktie. Diese notiert derzeit bei 1316 Fr. und hat seit Anfang Jahr um 9% zugelegt.

Die Konkurrenz im Visier

SGS will das Wachstumspotenzial der Branche ausnützen und Akquisitionen tätigen. Mögliche Kandidaten sind die Nummern zwei und drei der Branche, die französische Bureau Veritas respektive die englische Intertek. Auch diese beiden Unternehmen trotzen der Krise. Bureau Veritas hat im 1. Trimester 2009 ein Umsatzwachstum von 17% ausweisen können. Vor allem die Sparten Konsumgüter und Industrie verhalfen dem französischen Warenprüfer zu diesem Wachstum. Dazu kommt der Schifffahrtsbereich, der ein wichtiger Stabilitätsfaktor ist. Und auch Bureau Veritas wird laut eigenen Aussagen in diesem Jahr weiter wachsen.