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Warum der Bitcoin jetzt zurückkommt

Digitalwährung Bitcoin: Es sieht nach einer Erholung aus.   Keystone

Nach Skandalen und Hackerangriffen erholt sich der Bitcoin-Kurs. Findige Unternehmer und Entwickler treiben die weitere Verbreitung der Kryptowährung voran.

Von Lukas Rohner
am 14.07.2014

Die Pleite des Bitcoinhandelsplatzes Mt. Gox im Februar sowie mehrere Hackerangriffe haben die Marktteilnehmer aufgeschreckt und verunsichert. Unbeirrt von hohen Kursverlusten blieben Investoren und Unternehmer aber im Hintergrund aktiv. «Der gegenwärtige Kurs von über 600 Dollar drückt meiner Meinung nach sehr grosses Vertrauen der Marktteilnehmer in die Währung aus - allein durch Fundamentaldaten lässt er sich nämlich nur schwer rechtfertigen», sagt Luzius Meisser, Präsident der Bitcoin Association Switzerland.

Die Akzeptanz des Bitcoin bei Unternehmen wie der französischen Monoprix-Ladenkette ist auch getrieben von der fortwährenden Professionalisierung des Bitcoin-Projektes. Fachkräfte und Ex-Bankern bringen ihr Wissen in zahlreiche Startups und Projekte ein. Das unterstützt den Trend.

Weierte Start-ups und ambitionierte Projekte

In den vergangenen Monaten sicherte sich etwa das Startup Unternehmen Xapo gemäss Angaben des Technologieblogs «Techcrunch», mehrmals Finanzspritzen von bis zu 20 Millionen US-Dollar. Xapo ermöglicht es den Kunden, ihre Bitcoins einfach per Debitkarte auszugeben. Eine Entwicklung die Fabian Hediger vom Schweizer Startup Bitcoin Suisse begrüsst. Solche Lösungen vereinfachen die Verwendung von Bitcoin für die Endkunden und fördern die Akzeptanz.

Das finnische Projekt Kryptoradio möchte mittels Rundfunksignale im DVB-T Frequenzband ein drahtloses Netzwerk für Bitcointransaktionen erstellen. Die Transaktionen werden empfangen und in die Keychain eingepflegt. So entstehen einerseits neue Anwendungsmöglichkeiten anderseits erleichtert es den universellen Einsatz von Bitcoins. Meisser und Hediger schätzen dieses Projekt als interessante technologische Entwicklung ein. Schlussendlich wird jedoch die Umsetzung zeigen wie sich dieses ambitionierte Projekt ins Bitcoinsystem einreihen wird.

«Kryptoradio» Bitcoinstransaktionen ohne Internet

Solche Weiterentwicklungen und Startups verhelfen Bitcoin möglicherweise zum Durchbruch. Bisher ist Bitcoin aber bloss die erste elektronische Paralellwährung mit einer hohen Zahl an Nutzern. So wirklich in der Welt angekommen ist die Kryptowährung noch nicht.

«Wie andere Technologien (etwa Email) braucht Bitcoin Zeit, um sich zu beweisen und Vertrauen aufbauen zu können», sagt Meisser. Die hohen Venture-Kapitalflüsse in Bitcoin überzeugen ihn, dass in Zukunft noch einiges passieren wird.

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