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Edelmetall
Warum der Goldpreis bald wieder steigen sollte

Goldbarren, (KEYSTONE/mauritius-images/BY)
Gold: Wann kommt das Comeback des «sicheren Hafens»?Quelle: mauritius images / BY

Goldanleger hatten es zuletzt schwer. Doch ein Analystenbericht sagt voraus: Der «sichere Hafen» kehrt zurück.

Von Gabriel Knupfer
am 10.10.2018

Der Goldpreis hat sich zuletzt unerwartet schlecht entwickelt. Trotz verschiedener geopolitischer Unsicherheiten flohen die Anleger in diesem Jahr nicht etwa ins gelbe Edelmetall, sondern beispielsweise in den Schweizer Franken. Die Folge: Seit April zeigt der Goldpreis nach unten. Und alleine in den letzten drei Monaten hat der vermeintlich «sichere Hafen» 4 Prozent nachgegeben.

Für die Experten des Vermögensverwalters Wisdom Tree erscheint dieser Wertverlust «übertrieben». Eine Korrektur nach oben könnte deshalb überfällig sein, schreiben sie in ihrem jüngsten Goldausblick bis ins dritte Quartal 2019. In einem Jahr erwarten die Analysten ein Niveau von 1320 Dollar pro Unze, von heute 1190 Dollar (Stand 9.10.2018).

Viele Short-Positionen auf Gold

Experten sind sich einig: Ein Hauptgrund für die aktuelle Schwäche ist die schlechte Stimmung gegenüber Gold an den Märkten. Hedgefonds setzen auf weitere Verluste und sind deshalb Short-Positionen eingegangen, bei denen fallende Kurse Rendite bringen. Gemäss einer Analyse der Neuen Helvetischen Bank haben diese Short-Positionen 2018 ein «nie gesehenes Ausmass» erreicht.

Doch diese «negative Stimmung» wird sich laut Wisdom Tree wahrscheinlich bald auflösen. Bereits bei einer geringen bis leichten Kurserholung werde es zu einer Eindeckung vieler Short-Positionen kommen, so die Analysten. Das bedeutet, dass die Anleger zukaufen müssen, um ihre Lieferverpflichtung zum Termin erfüllen zu können. Solche Deckungskäufe verstärkten tendenziell die Kurszuwächse und könnten eine Rally in Gang setzten.

Zurück in den «sicheren Hafen»

Als Auslöser eines Meinungsumschwungs kommen einige Risiken in Frage, welche die Aufmerksamkeit der Anleger auf Gold lenken könnten. Wisdom Tree nennt eine mögliche Eskalation des Handelskrieges der USA mit dem Rest der Welt, ein No-Deal-Brexit und einen Volatilitätsschub auf dem Aktienmarkt als mögliche Gründe einer Trendwende.

Besonders die Schwäche der Börsen in einigen Schwellenländern könnte Gold helfen. «Sollte eine Flucht aus Aktien in den Schwellenmärkten auf die finanzstarken Märkte überschwappen, könnte der Glaube an Gold unseres Erachtens zurückkehren», so Wisdom Tree. Sobald an den Märkten eine risikoaversere Stimmung Einzug hält, wird Gold voraussichtlich seinen Status als sichere Anlage für Krisenzeiten zurückerhalten.

Weitere Szenarien denkbar

Auch die gegenteilige Entwicklung ist aber denkbar: Während Wisdom Tree im Basisszenario von einer Zinserhöhung der Fed im Jahr 2018 und zwei weiteren im nächsten Jahr ausgeht, würden stärkere Zinserhöhungen in den USA den erwarteten Goldaufschwung abwürgen. In einem pessimistischen Szenario mit drei Zinserhöhungen im nächsten Jahr ist sogar ein langfristiger Abschwung für das Edelmetall möglich.

Bis zum dritten Quartal 2019 veranschlagen die Analysten in diesem Fall einen Preis von 1080 Dollar pro Unze. Steigen die Zinsen in den USA dagegen weniger als erwartet liegt innert Jahresfrist sogar ein Goldpreis von über 1500 Dollar pro Unze in Reichweite.

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