Erfolgreiche Börsenmonate liegen hinter den Anlegern. Vor allem in den USA sprinten die Märkte von einem Hoch zum nächsten, doch auch in Europa geht es für die Börsen aufwärts. Diese Woche stehen am Mittwoch wichtige Entscheidungen an — sowohl in den USA, als auch in Europa. Und die Ausgänge werden die Märkte bewegen.

Zinsentscheid der Federal Reserve

Wenn die US-Notenbank am Mittwoch zusammenkommt, wird sie sehr wahrscheinlich den US-Leitzins leicht anheben. Die Wahrscheinlichkeit dafür schätzen Marktteilnehmer mittlerweile auf über 90 Prozent ein — vor wenigen Wochen lag die Erwartung nur bei 20 Prozent.

Dadurch ist eine Anhebung des Leitzins bereits in den Märkten eingepreist. Dieser Schritt würde daher die gute Stimmung bestätigen und Experten erwarten für den Fall den Anstieg des DAX auf das Allzeithoch bei rund 12'391 Punkten in den kommenden Tagen. 

Am Donnerstag legt dann auch die Schweizerische Nationalbank ihren Zinsentscheid vor. Die meisten Beobachter rechnen dort allerdings damit, dass die Währungshüter vorerst still halten.

US-Schuldenobergrenze wird fällig

Doch der Mittwoch ist aus einem weiteren Grund ein wichtiges Datum: Die Aussetzung der Schuldenobergrenze läuft dann nämlich ab. Die Grenze von 20,04 Billionen US-Dollar Verschuldung wird bis dahin nahezu ausgereizt sein und es muss gehandelt werden: Entweder die Grenze muss weiter ausgesetzt oder angehoben werden.

Gelingt das nicht, droht der Regierung bis zum Sommer das Geld auszugehen. Wichtige Pläne von US-Präsident Donald Trump würden dann unsicherer werden, weil die Finanzierung der massiven Investitionen in den US-Infrastrukturbereich fraglich würde.

Die Börse könnte darauf durchaus verschnupft reagieren, denn die jüngste Rallye startete mit der Wahl von Donald Trump Anfang November. Die Märkte verteilen Vorschusslorbeeren wegen der Wahlversprechen des Präsidenten, von denen jedoch noch keines umgesetzt wurde. Bei Finanzierungs-Problemen oder zähen Verhandlungen und damit verbundenen Projekt-Verschiebungen würden Anleger wohl nervös und könnten sich von ihren Anteilen trennen. Doch in Bezug auf die Schuldenobergrenze könnte eine schnelle Verhandlung anstehen: Mitch McConnell, republikanischer Mehrheitsführer im Senat, hat bereits Kompromissbereitschaft signalisiert.

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Wahlen in den Niederlanden

Den europäischen Märkten droht hier wohl die kurzfristig grösste Gefahr: Wird mit Europa- und Eurofeind Geert Wilders ein Rechtspopulist Regierungschef in den Niederlanden? «Geert Wilders' Partei schlägt sich in den Umfragen zwar gut, wird wohl aber nicht genügend Stimmen erhalten, um an die Regierung zu kommen», zitiert das «Handelsblatt» Jaisal Pastakia, Investment-Manager beim Vermögensverwalter Heartwood.

Doch der Experte warnt auch, ein signifikanter Aufschwung für die Populisten könne die Nervosität vor den anstehenden Wahlen in Frankreich und Deutschland schüren. Ende April wird in Frankreich ein neues Staatsoberhaupt gesucht. Marine Le Pen vom Front National hat als Rechtspopulistin auch hier realistische Chancen, die erste Runde der Präsidentschaftswahl für sich zu entscheiden.

Wilders und Le Pen wollen ihr Land jeweils aus der Eurozone führen, was einen Zerfall der Währungsunion bedeuten würde.

Hexensabbat am Freitag

Mit den drei Ereignissen wird der Mittwoch also der wichtigeste Tag der Handelswoche, sowohl für die USA, als auch für Europa. In Verbund mit dem Hexensabbat am Freitag könnten ab Mittwoch grosse Schwankungen an den Märkten Einzug halten. 

Als Hexensabbat wird der grosse Verfallstag von Termingeschäften genannt. Futures und Optionen laufen hier aus, weshalb die grossen Anleger gerne die Kurse in die eine oder andere Richtung bewegen, um gewissen Zielmarken für ihre Finanzprodukte zu erreichen.

Im Vorfeld dieser Verfalltage kommt alles allein deshalb oft zu hoher Volatilität, aber in Einklang mit den Ereignissen am Mittwoch könnten die Schwankungen diese Woche nochmals heftiger ausfallen, was nichts für schwache Anleger-Nerven ist.

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Dieser Text erschien zuerst bei «Business Insider Deutschland» unter dem Titel «Warum ab Mittwoch eine gefährliche Börsen-Talfahrt droht».