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Ausblick
Warum sich Investoren auf 2019 freuen dürften

US President Donald Trump (L) and China's President Xi Jinping shake hands at a press conference following their meeting at the Great Hall of the People in Beijing. Artyom Ivanov/TASS (Photo by Artyom Ivanov\TASS via Getty Images)
Donald Trump und Xi Jingping: Die Finanzmärkte beobachten das Verhältnis beider Präsidenten ganz genau. Quelle: Getty Images

Trübe Aussichten für die Weltwirtschaft? Keineswegs. Manche Investment-Strategen gehen sogar von mehr Wachstum aus - dafür sprechen diese Faktoren.

Melanie Loos
Von Melanie Loos
am 30.11.2018

Viele Ökonomen befürchten für das kommende Jahr einen globalen Abschwung. Denn sollte der Handelsstreit der USA mit China und anderen Teilen der Welt eskalieren, hätte das negative Folgen für die Weltwirtschaft und die Stimmung an den Finanzmärkten.

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Ganz anders sehen das die Experten der Investmentgesellschaft von Lombard Odier: Sie erwarten für 2019 sogar ein etwas stärkeres globales Wachstum. Obwohl sie nicht von einer Rezessionen ausgehen, werde es aber auch kein einfaches Jahr. Dafür sorge die hohe Volatilität, welche die Märkte bereits in diesem Jahr geprägt hat. Auch 2019 werde sich diese weiter fortsetzen. 

Drei Faktoren entscheidend

Die Weltwirtschaft werde nach Einschätzung der Investment-Experten der Schweizer Privatbank im kommenden Jahr vor allem von diesen drei Faktoren beeinflusst:

Erstens werde die US-Wirtschaft 2019 langsamer wachsen – nachdem das diesjährige Wachstum vor allem durch das Steuerpaket der Regierung angekurbelt wurde. Dadurch hatten sowohl US-Anlagen als auch der Dollar sich sehr stark entwickelt. Dieser Trend ändere sich aber gerade: «US-Aktien, insbesondere Tech-Aktien, sind derzeit stark unter Druck», sagt Salman Ahmed, Chief Investment Strategist bei Lombard Odier Investment Managers.

Das langsamere Wachstum in den USA werde sich 2019 etwa auch am Immobilienmarkt auswirken, allerdings sei der Markt in einer sehr viel besseren Verfassung als während der Krisenjahre 2008 und 2009. Anlass zur Sorge bereite aber vor allem der Vertrauensverlust bei den Konsumenten. Die US-Notenbank Fed werde voraussichtlich im Dezember noch einmal die Zinsen anheben, im kommenden Jahr dann allerdings wegen der etwas schwächeren Wirtschaft nur noch zwei statt vier Zinsschritte unternehmen, so die Einschätzung der Investment-Experten.

Zweitens erwarten die Investment-Strategen im kommenden Jahr eine Erholung in den Schwellenländern: Diese dürfte einerseits durch eine Abschwächung des US-Dollars begünstigt werden, der Anfang 2019 einen Höchststand erreichen und danach abfallen dürfte. Zudem werden sich die geplanten fiskalpolitischen Massnahmen der chinesischen Regierung positiv auswirken. Dies dürfte das zuletzt schwächere Wachstum in China wieder ankurbeln.

Drittens stünde eine Annäherung zwischen den USA und China im Handelsstreit beim G-20-Gipfel kurz bevor. Mit ihrer Einschätzung, der Handelskonflikt könnte sich in absehbarer Zeit abschwächen, stehen die Investment-Strategen von Lombard Odier ziemlich alleine da, denn viele Experten befürchten eine weitere Eskalation.

Keine «Phase drei» im Zollstreit

Auch der Schlagabtausch zwischen beiden Ländern beim Apec-Gipfel vor zwei Wochen deuten nicht auf sanftere Töne hin. Doch Salman Ahmed geht davon aus, dass es 2019 zu keiner weiteren Zollrunde – einer «Phase drei» – auf chinesische Waren im Wert von fast 300 Milliarden kommen wird. Diese wäre besonders schmerzvoll, denn sie würde erstmals auch Konsumgüter – unter anderem Computer und Mobiltelefone – betreffen. 

«Zwar ist noch keine Lösung des Handelskonflikts in Sicht. Aber wir erwarten erste Signale der Annäherung zwischen den USA und China», sagt Salman Ahmed. Nach Ansicht des Strategen sprechen zwei Gründe dafür: Als Präsident Trump 2016 an die Macht kam, hatte er noch die US-Wirtschaft hinter sich. Heute hingegen unterstützen die wenigsten Unternehmen seine Handelspolitik gegenüber China.

Zudem müsse China Zugeständnisse machen, um die  Auswirkungen auf seine Wirtschaft einzudämmen, denn kurzfristig schaden die Zölle den Chinesen als reinem Exportland mehr als den USA. Ausserdem ist China wirtschaftlich viel abhängiger von den USA als umgekehrt. «Mit dem Steuerpaket kauft sich China vor allem Zeit, denn der Handelsstreit drückt bereits auf das chinesische Wachstum.»