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Star-Investor
Warum Warren Buffett auf Fintech-Firmen wettet

Warren Buffet
Warren Buffet: Sieht Chancen im Fintech-Sektor.Quelle: Keystone

Warren Buffett investiert 600 Millionen Dollar in Fintech-Unternehmen. Damit weicht er von seiner goldenen Regel ab.

Von Henning Hölder
am 05.11.2018

Warren Buffetts Erfolg beruht auf einer goldenen Regel: Nur in Firmen investieren, deren Geschäftsmodell man versteht. Dazu gehörten bei dem US-amerikanischen Grossinvestor in der Vergangenheit Eisenbahngesellschaften, Versicherungen, Banken, Fluggesellschaften oder auch Coca Cola. Von der Technikindustrie liess er bislang die Finger – seine (erfolgreiche) Investition in Apple und sein kurzes Intermezzo mit IBM sind die grossen Ausnahmen. 

Neues Terrain für Buffett

Jetzt traut sich Buffett allerdings auf neues Terrain und investiert rund 600 Millionen US-Dollar in zwei, in Schwellenländern operierende, Finanztechnologieunternehmen (Fintechs). Dabei handelt es sich um den brasilianischen Zahlungsdienstleister Stoneco sowie Paytm, Indiens grössten mobilen Zahlungsdienstleister. In beide Firmen steckte Buffetts Firma Berkshire Hathaway zuletzt je 300 Millionen US-Dollar. 

Buffett ist dafür bekannt, in Firmen zu investieren, deren Märkte stabil sind. Seine neuste Fintech-Investition ist laut Marktbeobachtern daher auch als eine Bestätigung der aufkommenden Fintech-Branche zu werten. Aufgefallen ist der Starinvestor kürzlich ebenfalls, weil er im grossen Stil Aktien seines eigenen Unternehmens zurückkaufte

Wieso Fintech?

Warren Buffett und Fintech. Wie passt das zusammen? Laut Marktbeobachtern zeigt die Investition des Starinvestors den derzeitigen Mangel an Alternativen im Investmentmarkt. Buffets Holding sitzt auf hundert Milliarden schweren Reserven an liquiden Mitteln. «In einer Welt des langsamen Wachstums sind Investoren gezwungen, neue aufstrebende Märkte zu suchen», so ein Analyst gegenüber Reuters

Junge Generation übernimmt das Ruder

Treibende Kraft der Investition war offenbar Todd Combs, Portfolio-Manager bei Berkshire. Laut Experten könnte die Fintech-Investition ein Anzeichen dafür sein, dass Buffett das Ruder langsam an die jüngere Generation übergibt – neben Todd Combs ist hier Ted Weschler zu nennen. Insbesondere Combs gilt als Kandidat, das Erbe Buffetts eines Tages anzutreten.

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