Trotz all der Erklärungsversuche für den jüngsten Absturz des Dollar bleibt eine Frage nach wie vor unbeantwortet: Was ist der Greenback wirklich wert? Ökonomen und Analysten bedienen sich verschiedenster Messgrössen für die Wertbestimmung einer Währung, am Ende greifen sie aber alle zu kurz. Und sehr oft kommen sie zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Das liegt grösstenteils daran, dass sich der Wert des Dollar aus einem komplexen Netz aus sich bewegenden und verzahnenden Grössen zusammensetzt. Wie zum Beispiel aus Handelsbilanzen, Staatsausgaben, Zinsraten, Inflation und Wirtschaftswachstum.

Wie die Regierung handelt

Was immer auch der wahre Wert des Dollar ist, die Trends, die ihn in diesem Jahr beeinflusst haben, sind weiter präsent. Was darauf hindeutet, dass die Währung wohl weiter nachgibt. Die US-Zinsen bleiben niedrig, die Staatsverschuldung ist hoch, und es wird erwartet, dass die Wirtschaft schwach bleibt. Der Dollar verliert ausserdem den Status eines sicheren Zufluchtsorts, jetzt, da der Hunger nach riskanteren Anlagen steigt. Die US-Regierung hat wenig getan, um den Dollarsturz abzuwenden. Zum Teil, weil ein schwächerer Dollar die Exporteure begünstigt und die Notenbank beim Kampf gegen Deflation unterstützt.

Ein oft benutzter Massstab für die Währungsbewertung ist der Real-effective-exchange-rate-Index der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Laut BIZ-Index, der den Dollar mit einem Korb aus verschiedenen Währungen vergleicht, lag der Wert des Greenback im September etwa 11% unter seinem Zehnjahresdurchschnitt.

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Laut einem Modell der Organisation für Wirtschaft und Entwicklung ist der Dollar ungefähr 0,85 Euro wert (der tatsächliche Kurs liegt bei aktuell 0,67 Dollar), wenn man davon ausgeht, dass der Euro 21% überbewertet ist. Nach einem ähnlichen Modell des internationalen Währungsfonds ist der Yuan gegenüber dem Dollar um 76% überbewertet. Auf dieser Basis ist auch der Dollar zum Yen unterbewertet.