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Barometer
Was Social Media über Le Pens Chancen verrät

Marine Le Pen: Die Rechtspopulistin will Frankreich vom Euro weglotsen. Keystone

Die Börsen fürchten sich vor einem Wahlsieg von Le Pen. Swissquote verlässt sich nicht auf Umfragen: Sie analysiert, wie die Kandidaten im Internet bewertet werden – und kommt zu neuen Erkentnissen.

Von Marc Bürgi
am 20.04.2017

Die Wahlen in Frankreich am kommenden Sonntag sind das dominierende Thema an den Finanzmärkten. Die Anleger sorgen sich vor allem wegen zwei Kandidaten, die sich um die Präsidentschaft bewerben – Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon: Falls die Rechtspopulistin oder der Kandidat der extremen Linken gewinnt, würde das Land in Wirtschaft und Politik einen radikal neuen Kurs einschlagen.

Die Online-Bank Swissquote hilft ihren Kunden, den Ausgang der Wahlen abzuschätzen. Dabei hat sie ein neuartiges Instrument im Angebot: Sie wertet aus, wie sich die Internetgemeinschaft über die Kandidaten äussert.

Forscher durchforsten Twitter

Das Online-Meinungsbarometer wurde vom Social Media Lab der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) entwickelt: Die Forscher analysieren mit ihren Computern täglich Hunderttausende von Wortmeldungen zu den französischen Wahlen auf Twitter und in den Kommentarfunktionen von Online-Medien. Ihre intelligente Technologie erkennt, ob die Kandidaten in den Texten positiv oder negativ bewertet werden.

Als Resultat dieser Analyse erhalten die Kunden auf Swissquote eine Grafik zu sehen, auf der die positiven Wortmeldungen zu den einzelnen Kandidaten in Prozenten ausgedrückt wird. Nach dem ersten Wahlgang am Sonntag werden die positiven und negativen Wortmeldungen zu den beiden verbliebenen Kandidaten dargestellt.

Mélenchon stösst im Netz auf Anklang

Das Meinungsbarometer zeigt ein ähnliches Bild wie die Umfragen – auch hier bekommt Emmanuel Macron aktuell am meisten Unterstützung, gefolgt von Marine Le Pen. Unterschiede gibt es dennoch. So geniesst beispielsweise der Linskaussen-Kandidat Jean-Luc Mélenchon im Internet klar mehr Unterstützung als François Fillon. In den Meinungsumfragen liegt aber weiterhin Fillon vorne.

Das Barometer ist zwar nicht repräsentativ, die EPFL hält es aber dennoch für eine nützliche Ergänzung zu Umfragen –  es lasse Rückschlüsse auf Trends zu und sei immer aktuell.

Swissquote liefert Anlagetipps

Nach dem ersten Wahlausgang vom Sonntag wird Swissquote seinen Kunden Anlagetipps liefern, um sich auf einen Sieg einer der beiden Kandidaten einzustellen: Wer an einen Sieg von Le Pen glaubt, dem wird die Online-Bank beispielsweise wohl Aktien der «Nationalen Champions» Frankreichs empfehlen: Diese Flagschiffe der französischen Wirtschaft könnten von der nationalistischen Politik der Rechtspopulistin profitieren.

Auch stark auf den Währungskurs angewiesene Unternehmen gilt es für einen Sieg Le Pens im Auge zu behalten: Denn der Euro dürfte in einem solchen Fall stark sinken – schliesslich will Le Pen Frankreich von der EU-Währung lossagen.

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